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Besinnungsaufsatz

Der Besinnungsaufsatz hat in seiner Form wenig Einschränkungen. Natürlich gilt auch hier die Gliederung in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Einleitung und Schluss sollten genau so gestaltet werden wie bei den anderen Erörterungsarten. Deshalb habe ich auch hierfür die Stoffanordnung/Gliederung von den anderen Erörterungen übernommen.

Der Hauptteil wird allerdings recht frei gestaltet. Es gibt wie bei der dialektischen Erörterung Pro-Argumente und Kontra-Argumente. Sie werden aber wie bei der einfachen Erörterung inhaltlich gegliedert. Deshalb kann ich dir – eine mögliche – Anordnung auch nur als Beispiel vorführen. Die Anordnung des Stoffes im Hauptteil ist eben stark vom Thema abhängig. Du musst also bei jedem Thema, am besten mit der Mindmap, Gliederungspunkte selbst finden. Insofern ist der Besinnungsaufsatz die schwierigste Aufsatzform. Allerdings entspricht sie so am besten der natürlichen Diskussion, wo ja auch Pro- und Kontra-Argumente im munteren Wechsel gemischt werden, eben – möglichst – inhaltlich aufeinander bezogen.

Nun schau einmal mein Beispiel an. Die einzelnen Argumente kennst du schon von der dialektischen Erörterung. Ich habe sie hier nur neu geordnet. Denke daran: Einleitung und Schluss sind gleich.


allgemeine Gliederung Beispiel „Schminken
1.Einleitung 1.Einleitung
1.1 Interessengruppen 1.1 Interessengruppen
1.1.1 Wer ist an diesem Thema interessiert? Sollte im Thema ein "du" oder "ich " stehen, ist u.a. der Schreiber Interessent. 1.1.1 Jugendliche und Erwachsene, Eltern
1.1.2 Warum interessiert dieses Thema? 1.1.2 Häufig Streitpunkt zwischen Kindern und Eltern
1.2 Erläuterung der wichtigsten Begriffe des Themas (mit Hilfe von Umschreibung mit anderen Wörtern; Abgrenzung von anderen Begriffen; Eingrenzung durch Negativformulierungen) 1.2 Schminken: Abgrenzung zu Schmuck, Kleidung, Haartracht
1.3 Präzisierung des Themas: Eingrenzung oder Ausweitung 1.3 Eingrenzung auf Schminken ohne berufliche Gründe (freiwilliges Schminken)
2. Hauptteil 2. Hauptteil
2.1 erster inhaltlicher Gliederungspunkt 2.1 Die Persönlichkeit
2.1.1 Argument 1 2.1.1 Schm. gibt Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein
2.1.2 Gegenargument 1 2.1.2 Schm. verdeckt die eigentliche Person
2.2 zweiter inhaltlicher Gliederungspunkt 2.2 kulturelle Gegebenheiten
2.2.1 Argument 2 2.2.1 Schm. gab und gibt es, wie Schmuck und „Mode“, in allen Kulturen
2.2.2 Argument 3 2.2.2 Passendes Schm. gehört in unserer Gesellschaft zum gepflegten „Outfit“.
2.2.3 Gegenargument 2 2.2.3 In einer aufgeklärten modernen Gesellschaft sollten derartige Sitten und Bräuche nicht Zwang sein.
2.3 dritter inhaltlicher Gliederungspunkt 2.3 Gefahren des Schminkens
2.3.1 Gegenargument 3 2.3.1 Schm. birgt viel Gefahren für einen persönlich (Allergien, Gifte) und die Umwelt (Tierversuche, Gifte).
3. Schluss 3. Schluss
3.1 Zusammenfassung der Argumente 3.1 Argumente halten sich in etwa die Waage
3.2 Schlussfolgerung und persönliche Entscheidung 3.2 passendes Schm. je nach Anlass
3.3 Ausblick 3.3 Schm. wird immer ein Bestandteil des „Outfits“ sein.

Schau einmal die inhaltlichen Gliederungspunkte an. Sie sind unterstrichen! Du siehst, sie entstehen aus der Themenstellung „Sinn und Unsinn des Schminkens“. ein anderes Thema, zum Beispiel „Sinn und Unsinn des Joggens“ müsste ganz andere Gliederungspunkte hervorrufen. Klar? Klar!

Nun schau auf die Argumente bei den Gliederungspunkten im Hauptteil. Beim ersten Gliederungspunkt „Persönlichkeit“ habe ich ein Argument und ein Gegenargument. Beim zweiten Gliederungspunkt habe ich aber zwei Argumente und ein Gegenargument! Das ist natürlich möglich, weil manchmal zwei Argumente/Gegenargumente zu einem Gliederungspunkt passen. So habe ich beim dritten Gliederungspunkt „Gefahren“ gar kein Pro-Argument.Das sagt ja eigentlich auch schon der Begriff „Gefahren“.

Als letztes möchte ich dich noch auf die Krönung des Argumentierens hinweisen: die Argumentationskette. Manchmal lassen sich nämlich Argumente in eine logische Begründungskette stellen. Dazu ein Beispiel:

Weil es in diesem Frühjahr viel regnet, spielen die Kinder häufig im Haus. Deshalb bekommen sie wenig Sonne. So fehlt den Kindern das von der Sonne in der Haut gebildete Vitamin D. Dies führt zu einem geschwächten Immunsystem, so dass sich die Kinder, wenn sie denn einmal draußen nass werden, schnell erkälten. (Ob die Argumente so medizinisch in Ordnung sind, ist jetzt nicht wichtig).

Ich hoffe du merkst, wie man eine Argumentationskette aufbaut. Dazu gehört schon ein gutes logisches Denkvermögen. Aber das hast du ja, oder? Wenn nicht, musst du es halt üben. Es macht ja Spaß zu argumentieren.


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