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Zum Grammatik-Modell:

Mein Deutsch-Professor sagte schon vor 40 Jahren: "Es gibt keine Grammatik, es gibt nur Grammatiken." Gemeint ist: Wohl keine Sprache lässt sich zu 100% durch Regeln beschreiben. Es gibt nur Regelwerke = Modelle, die sich dem Funktionieren einer Sprache möglichst genau annähern. Das von mir hier verwendete Modell ist vor allem für die Schule geschrieben und stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und 100%ige Stimmigkeit.
Deshalb ein Hinweis:
Ich gehe bei der Beschreibung der Regeln der deutschen Sprache vom Satz aus! Das führt vor allem bei der Wortartbestimmung im Satz (Syntax) zu Abweichungen von der Dudengrammatik.
So ist in dem Satz Das Auto fährt schnell. das Wort schnell in diesem Satz ein Adverb, obwohl es in der Dudengrammatrik wohl als Adjektiv bezeichnet wird. Ich gehe also so weit wie möglich von der Funktion eines Wortes im Satz aus!

 

 

Was ist Grammatik?

Sprachen bestehen meisten aus ein riesigen Menge von Wörtern, die eine mehr oder minder klare Bedeutung haben.
Diese teilt man ein in Konkreta und Abstrakta.

Auf der anderen Seite gibt es Regeln,
1. wie die Wörter an ihre Aufgabe im Satz angepasst werden,
2. wie diese Wörter zu Sätzen zusammenzustellen sind,
3. wie Sätze untereinander zu verknüpfen sind.

Diese Regeln bilden die Grammatik einer Sprache.

Natürlich kann man sich eine Sprache vorstellen, die nur aus Wörtern besteht. Ja, es gibt anscheinend sogar sogar eine solche Sprache
und zwar eine sehr berühmte. Soweit ich weiß, wird im Chinesischen alles, was man sagen möchte, einfach durch Wörter ausgedrückt.

Aber wir kümmern uns hier ja um die deutsche Grammatik und die ist sehr reich an Regeln.

Grammatische Regeln haben aber auch Vorteile. So kann ich z. B. durch einfache Wortveränderungen etwas darüber aussagen, wann eine Handlung stattfindet.

Beispiele: Man sieht: Im Wort sagte wird nur ein e angehängt, im Wort ruft wird nur aus dem u ein ie.

Handlung ist vorbeiHandlung geschieht jetzt
Hannes sagteHannes sagt
Hannes riefHannes ruft

Ein anderes Beispiel: Durch Wort-Umänderungen kann ich zeigen, wer die Handlung im Satz ausübt und auf wen oder was sie gerichtet ist.

Beispiele:
Übt Handlung ausDie Handlung selbstHierauf ist die Handlung gerichtet.
Der Manntriffteinen Bekannten.
der Hundschnüffeltan allen Bäumen.

Und ein Drittes: Durch die Reihenfolge der Wörter im Satz kann ich zeigen, ob jemand etwas fragt, befiehlt oder einfach nur so sagt.

Beispiele:
Du nimmst den Ball mit.einfache Aussage.
Nimmst du den Ball mit?Frage
Nimm den Ball mit!Aufforderung/Befehl

dann gibt es noch eine Reie von Wörtern, die so eine Zwischenaufgabe zwischen einfacher Ausage und Grammatik-Regel bilden:
die Funktionswörter.
Diese verknüpfen oft Satzglieder oder Teilsätze untereinander.

Beispiele:
Die Katze sitzt auf dem Tisch <-> Die Katze sitzt unter dem Tisch.
Die Feuerwehr traf ein, bevor das Treppenhaus brannte. <-> Die Feuerwehr traf ein, als das Treppenhaus brannte.

Im ersten Beispiel gibt's im ersten Satz Stress für die Katze, im zweiten Beispiel unterscheiden die beiden unterstrichenen Wörter unter Umständen über Leben und Tod!

 

So, nun aber genug zur Einführung in die deutsche Grammatik. Da ich allein an diesem Prpjekt arbeite, wirst du das Ein oder Andere in meinen Ausführungen sicherlich vermissen. Dann musst du leider in den sauren Apfel beißen und dich im Grammatik-Duden1 schlau machen.


1 Duden Band 4, die Grammatik, Mannheim 19844, Artikel 380 zurück


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