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Sätze, Sätze, Sätze ...

Das wichtigste Untersuchungsobjekt der Grammatik sind Sätze. Sie lassen sich nach verschiedensten Merkmalen unterteilen1.

Satzformen
S
a
t
z
a
r
t
e
n
Hauptsatz Nebensatz
- Aussagesatz
- Gliedsatz
  - Subjekt-/Objektsatz
  - Adverbialsatz
- Attributsatz/Relativsatz
- Ergänzungsfragesatz - Indirekte Ergänzungsfrage
- Entscheidungsfragesatz - Indirekte Entscheidungsfrag
- Befehlssatz 

Erklärung zur Tabelle:
In der linken Spalte findest du die Hauptsätze, in den Zeilen unterteilt nach der Satzart.
In der rechte Spalte findest du die Nebensätze, ebenfalls in den Zeilen nach der Satzart unterteilt.


Gliederung

1. Trennung von Haupt- und Nebensatz
2. Hauptsätze
2.1 einfacher Aussagesatz
2.2 Betonter Aussagesatz
2.3 Ergänzungsfrage
2.4 Entscheidungsfrage
2.5 Befehlssatz
3. Nebensatzarten
3.1. Gliedsatz
3.1.1 Subjekt- und Objektsatz
3.2.2 Adverbialsatz
3.3 Attributsatz/Relativsatz
3.4 Indirekte Frage
3.4.1 Indirekte Ergänzungsfrage
3.4.2 Indirekte Entscheidungsfrage
4. Zusammenfassung

 

1. Trennung von Haupt- und Nebensatz

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Sätze teilt man auch nach ihrer grammatikalischen Funktion auf.

Zunächst einmal unterteilen wir in 2 Formen - Hauptsatz und Nebensatz - die sich grundsätzlich in ihrem Satzbau unterscheiden:

Satzart Das Prädikat ... Beispiel
Hauptsatz steht an 2. Stelle Alle Kinder gehen ins Freibad.
Warum gehen alle Kinder ins Freibad?
steht an 1. Stelle Gehen alle Kinder ins Freibad?
Geht ins Freibad!
bildet eine Prädikatsklammer Wir sind ins Freibad gegangen..
Sind wir ins Freibad gegangen?
Nebensatz steht immer an letzter Stelle
und bei der Prädikatsklammer
"verkehrt herum".
Beispiel: gegangen --- sind
..., wo du links abbiegen musst.
..., als der Regen anfing,...
Wie ich schon gesagt habe, ...
..., weil ich noch nicht gelaufen bin.

Die 3 Pünktchen bei den Nebensätzen stehen für irgendeinen Hauptsatz.
Du siehst, zu jedem Nebensatz gehört ein Hauptsatz. Er kann vor (1) oder hinter (4) dem Gliedsatz stehen oder der Gliedsatz ist in den Hauptsatz eingeschoben (2).

Du kannst sehr schnell zwischen Haupt- und Nebensatz unterscheiden:
Steht das gesamte Prädikat am Ende => Nebensatz.
Alle anderen Formen sind Hauptsätze.

Als Probe bietet sich an: Setze an den Anfang des Satzes, den du untersuchst, das Wort "obwohl". Verschiebt sich das Prädikat im untersuchten Satz ans Ende => Hauptsatz.
Verschiebt es sich nicht => Nebensatz!
Manchmal musst du das erste Wort im Satz wegnehmen, damit sich kein Blödsinn ergibt. (Dann ist das erste Wort ein Bindewort!)

Hier ein paar Übungen:

Durch Klick auf Kontrolle erhältst du die Lösung.

Gestern traf ich meinen Onkel in der Stadt. Probe mit "obwohl" Kontrolle
So oft ist das nun schon passiert. Probe mit "obwohl" Kontrolle
Wenn ich es dir doch sage. Probe mit "obwohl" Kontrolle
Wie ich schon gesagt habe. Probe mit "obwohl" Kontrolle
Die es uns wirklich schwer macht. Probe mit "obwohl" Kontrolle
Damit wir uns hier richtig verstehen. Probe mit "obwohl" Kontrolle
Damit kann ich nichts anfangen. Probe mit "obwohl" Kontrolle

2. Die Hauptsätze

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Zunächst einige Satzbeispiele:

1. Jetzt rufe ich meine Tante an.

2. Meine Tante rufe ich jetzt an.

3. Rufst du jetzt deine Tante an?

4. Wann rufst du deine Tante an?

5. Ruf jetzt deine Tante an!

Aussagesatz

einfacher Aussagesatz

Jetzt rufe ich meine Tante an.

betonter Aussagesatz Meine Tante rufe ich jetzt an.
Fragesatz Entscheidungsfragesatz Rufst du jetzt deine Tante an?
Ergänzungsfragesatz Wann rufst du deine Tante an?
Befehlssatz   Ruf jetzt deine Tante an!

Du siehst, es gibt also 3 Satzarten (Aussagesatz, Fragesatz, Befehlssatz), wenn man sie grob einteilt, und 5 Satzarten, wenn man sie feiner einteilt.

Du solltest die 5 Satzarten auswendig lernen!

Diese fünf Satzarten haben einen unterschiedlichen Aufbau, das heißt die Satzglieder stehen in einer typischen Reihenfolge.
Hier eine Übersicht:
(Prädikat = PK, Subjekt= S, Objekte = O, Adverbiale = ADV)

Durch Klick in eine Zeile siehst du, was zusammengehört, durch Doppelklick löscht du die Markierung.

einfacher Aussagesatz:

Jetzt rufe ich meine Tante an.

ADV, PK, S, O

Erklärungen zu Aussagesätzen

betonter Aussagesatz:

Meine Tante rufe ich jetzt an.

O, PK, S, ADV

Entscheidungsfragesatz:

Rufst du jetzt deine Tante an?

PK, S, ADV,O

Erklärungen zu Fragesatzn

Ergänzungsfragesatz:

Wann rufst du deine Tante an?

Fragewort, PK, S, O

Befehlssatz:

Ruf jetzt deine Tante an!

PK ADV, O

Erklärungen zu Befehlssatzn

2.1 Einfacher Aussagesatz

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Es ist schwierig, einfache und betonte Aussagesätze zu trennen. Im einfachsten Fall, wenn der Satz nur aus Subjekt, Prädikat und evtl. einem Objekt besteht, gilt folgender Aufbau:
S - PK - O.

Beispiele: (S = Subjekt, PK = Prädikat, O = Objekt, Adv = Adverbiale)

Du siehst: Im letzten Beispiel gibt es sogar 2 Objekte. Damit man sie besser unterscheiden kann gibt es veschiedene Kasus (= Fälle) Willst du mehr über die Objekte wissen, klick hier.

Anders sieht es aus, wenn ich das Satzglied "Adverbiale" in eine Satz einfüge. Dann ist die unbetonte Form eher Adv - PK - S - und der Rest. (Willst du dich über die verschiedenen adverbialen informieren, klick hier.

Beispiele:

Und hier ist auch schon der Übergang zu den betonten Aussagesätzen.

2.2 Betonte Aussagesätze

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Wenn man die obigen Sätze umstellt, sind sie, je nach Spechsituation eigentlich auch nicht betont.

wenn man genau hinschaut sind die beiden Aussagesätze nicht exakt zu unterscheiden.
Es kommt also sehr auf die Sprechsituation an, ob wir eine Satzglied-Reihenfolge als betont oder nicht betont betrachten.
Im Mündlichen können wir da ja auch viel mit der Satzmelodie gestalten.

Regel: Will ich etwas beseonders betonen, dann setze ich es an das Ende des Satzes.

Beispiele:

2.3 Ergänzungsfragesätze

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Die Ergänzungsfragen lassen sich sehr leicht erkennen: Sie beginnen alle mit einem Fragewort.
Im Deutschen beginnen alle Fragewörter mit einem "W"!

Beispiele:
Wer hat das gemacht?
Was habt ihr heute in der Schule gemacht?
Wann kommst du nach Hause?
Wo seid ihr?
Wie geht es dir?
Warum geht das nicht?

Nach dem Fragewort kommt grundsätzlich das Prädikat, dann das Subjekt, dann der Rest in ziemlich beliebiger Reihenfolge.
Üblich ist dann noch die Reihenfolge Zeit vor Ort, also:
Beispiel: Wann warst du gesternT-Adv hierL-Adv)?

2.4 Entscheidungsfragesätze

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Auch die Entscheidungsfragen lassen sich recht leicht erkennen. Sie beginnen immer mit dem Prädikat (PK), dann folgt das Subjekt (S).

Beispiele

2.5 Befehlssätze

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Auch die Befehlssätze haben das Prädikat vorn. Allerdings fehlt das Subjekt!< br> Das Prädikat staht dann immer im sogenannten Imperativ, was aber nichts anderes bedeutet als: Befehlsform.

Beispiele:

Laut Gammatik-Duden gibt es noch die Befehlsform mit dem Höflichkeits-Sie. Dann sehen die Sätze so aus:

So, das waren die Satzarten der Hauptsätze. Nun folgen /p>

2. Die Nebensätze

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Die Nebensätze unterteilen sich in:
a) Gliedsätze. Diese vertreten ein Satzglied, also: Subjekt, Objekt, Adverbiale
    Das Prädikat eines Satzes kann niemals durch einen Gliedsatz ersetzt werden!
b) Relativsätze. Diese vertreten ein Attribut.(Attribute sind keine Satzglieder!)
c) Indirekte Fragesätze. Diese vertreten einen Fragesatz.

Nun also

2.1 Die Gliedsätze

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Die Gliedsätze ersetzen Satzglieder. Als Satzglied gelten hier: Prädikat, Subjekt, Objekte, Adverbiale.

Gleich vorweg: Das Prädikat eines Satzes kann nicht in einen Nebensatz oder Gliedsatz umgewandelt werden, weil es den Satzkern bildet.

Es bleiben also zum Umwandeln übrig: Subjekt, Objekte, Adverbiale

2.2.1 Subjekt- und Objektsätze

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Dazu betrachten wir einen einfachen Hauptsatz:

Beispielsatz: Dein Reden mit dem Nachbarn verhindert sein Zuhören.
Satzglieder: Subjekt Prädikat Objekt

Nun ersetzen wir Subjekt und Objekt durch einen Gliedsatz:

Beispielsatz: Dass du mit dem Nachbarn redest, verhindert, dass er zuhört.
Satzglieder: Subjekt Prädikat Objekt

Du siehst, der Sinn des Satzes hat sich eigentlich nicht geändert, aber an die Stelle von Subjekt und Objekt sind Gliedsätze getreten. Überprüfe durch die "Obwohl-Probe". Du musst hier das "dass" wegnehmen und durch "obwohl" ersetzen.

In beiden Fällen habe ich kleine Fehler eingebaut: Zum Beispiel ist der Gliedsatz "Dass du mit dem Nachbarn redest, " natürlich nicht das Satzglied "Subjekt", sondern ein Gliedsatz.
Wir sagen deshalb:

Der Gliedsatz ersetzt/vertritt das Satzglied.

Ein Gliedsatz der ein Subjekt vertritt, heißt Subjektsatz .

Ein Gliedsatz der ein Objekt vertritt, heißt Kontrolle Klick einmal auf "Kontrolle".

Am Beispielssatz siehst du auch, dass mehrere Satzglieder gleichzeitig in Gliedsätze umgewandelt werden können. Nur das Prädikat des Hauptsatzes "verhindert" bleibt erhalten!
Das ist ja auch klar ,wie oben schon gesagt.: das Prädikat ist der Satzkern, und wenn du einem Satz den Kern wegnimmst, bleibt von der Sache ja nichts übrig. Nun wird auch klar, dass das Prädikat das wichtigste Satzglied im Satz ist.
Übrigens: Der dass-Satz eben war ein Subjektsatz! Hier die Probe:

Beispielsatz: Nun wird klar, dass das Prädikat das wichtigste Satzglied im Satz ist.
Beispielsatz: Nun wird klar die Wichtigkeit des Prädikats.
Satzglieder: Temporal-ADV Prädikat Modal-ADV Subjekt(-satz)

Allerdings musst du die Reihenfolge der Satzglieder ein wenig anpassen.

2.1.2 Die Adverbialsätze

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Du hast nun schon erfahren, dass man die Gliedsätze nach dem Satzglied benennt, das sie ersetzen.
Eine ganz wichtige Rolle spielen die Adverbialsätze, die also eine Adverbiale ersetzen.
Deshalb nennen wir diese Art von Gliedsätzen ja auch Adverbialsätze!
Adverbialsätze sind also eine Unterabteilung der Gliedsätze.

Durch Klick auf Kontrolle erhältst du die Lösung, durch Doppelklick geht's zurück.

Hier einige Beispiele:

FBeispiele: Gliedsatzname? Gliedsatz >>> Satzglied
Wo das Gasthaus steht, musst du links abbiegen. Kontrolle Kontrolle
Als die Pistole knallte, rannten wir los. Kontrolle Kontrolle
Ich bleibe, bis es regnet, zu Hause. Kontrolle Kontrolle
Du machst es nur schlimmer, indem du lügst. Kontrolle Kontrolle
Das gehört, weil du geholfen hast, dir. Kontrolle Kontrolle
Obgleich es regnet, arbeiten wir im Garten. Kontrolle Kontrolle
Falls du Fragen hast, melde dich bitte. Kontrolle Kontrolle Geht nicht immer.
Es schmerzt, so dass ich schreien könnte.. Kontrolle Geht gar nicht.
Ich gebe es dir, damit du mir vertraust.. Kontrolle Kontrolle Geht nur schlecht.

Ich glaube, du hast gemerkt: nicht jede Umwandlung ist sinnvoll! Manche Gedanken lassen sich eben besser als Satzglied ausdrücken, manche besser als Gliedsatz. Das hängt auch sehr mit dem Stil zusammen, den du sprechen oder schreiben möchtest. Wenn du Satzglieder verwendest, bekommt man oft einen steifen "Amtsdeutsch-Stil".

Derselbe Satz ohne Wenn-Gliedsatz:
Bei Verwendung von Satzgliedern bekommt man oft einen steifen "Amtsdeutsch-Stil.

Gemerkt?

Allerdings ist dieser Stil oft sehr kompakt, er enthält viel Information in wenigen Wörtern.

2.2 Die Relativsätze/Attributsätze

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Die Attributsätze ersetzen ein Attribut. Sie sind dir schon als Relativsätze bekannt!

Attributsätze = Relativsätze

Hier ein paar typische Beispiele:

Attributsatz Satz mit Attribut
Ich suche das Buch, das meiner Mutter gehört. Ich suche das Buch meiner Mutter.
Die Aufführung, die wirklich die letzte ist, findet morgen statt. Die wirklich letzte Aufführung findet morgen statt.
Der Roland, der in Bremen steht, ist der größte in Deutschland. Der Roland von Bremen ist der größte in Deutschland.
Theobald, der ein unauffälliger Mann war, besiegte alle. Theobald, ein unauffälliger Mann, besiegte alle.

Ein paar Übungen gefällig?

Durch Klick auf Kontrolle erhältst du die Lösung, durch Doppelklick geht's zurück.

Beispiel Lösung
Das Haus, das uns gehörte, ist verkauft. Kontrolle
Ich vertraue Ihnen das Geld meiner Mutter an. Kontrolle
Wir trafen einen Zauberer, einen sehr schlanken Mann. Kontrolle
Später kam der Mann, der den Leierkasten immer spielte, nicht mehr. Kontrolle
Dieses Zimmer dürfen nur kleine Kinder betreten! Kontrolle
Wir haben hier nur Produkte, die hochwertig sind. Kontrolle

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2.3 Die indirekten Fragesätze

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Dazu müssen wir zunächst wieder auf die Hauptsätze zurückgreifen. Es gibt nämlich 2 verschiedene Fragesätze:
a) Die Entscheidungsfrage.
   Beispiel: Kommst du heute Abend? Anwort: Ja oder nein.
   Der Frager will also eine Entscheidung. Daher der Name.
b) Die Ergänzungsfrage.
   Beispiel: Wo ist mein Füller geblieben? Antwort: Unter dem Tisch.
   Der Frager will also sein Wissen ergänzen Daher der Name.>/p>

Die Ergänzungsfragen heißen auch W-Fragen, weil sie alle - im Deutschen - mit einem "W" beginnen.
Wer, was, wann, wo, wie, warum und so weiter.

Wie gesagt: Diese Sätze sind Hauptsätze.

Kümmern wir uns zunächst um die Ergänzungs- also die W-Frage.

2.3.1 Die indirekte Ergänzungsfrage

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Zunächst eine Ergänzungsfrage als Hauptsatz:

Werhatmeinen Bleistiftgenommen?
 Subj PK1ObjektPK2

Hier steht, wie im Hauptsatz üblich, das Prädikat an 2. oder an 2. und letzter Stelle.

Daraus machen wir jetzt einen indirekte Fagesatz.

Er fragte die Klasse, wer seinen Bleistift genommen hat.
Hauptsatzindirekter Fragesatz

Wir untersuchen den indirekten Fragesatz:
Steht das gesamte Prädikat am Ende? Antwort: Ja! Also: Nebensatz!

Übung: Wandle die direkten Fragesätze in indirekte um:
( Aus programmiertechnischen Gründen habe ich hier besondere Anführungszeichen gewählt.

Hier einige Beispiele:

Durch Klick auf Kontrolle erhältst du die Lösung, durch Doppelklick geht's zurück.

  Direkte Frage         =>        indirekter Fragesatz  
1. Ich frage dich: »Wo ist mein Bleistift?« Kontrolle
2. Da fragte John: »Was gibt es heute zu Mittag?« Kontrolle
3. »Wie geht es dir?«, fragte er mich. Kontrolle
4. Der Mann fragte: »Wo geht es hier zum Bahnhof?« Kontrolle
5.  »Wozu ist ist das gut?«, fragte ich ihn. Kontrolle

Nun schauen wir genauer hin:

Im 3. Beispiel habe ich den Einleitungssatz der wörtlichen Rede nach hinten gestellt.
Also steht auch der Hauptsatz beim indirekten Fragesatz hinten.

Im 5. Beispiel habe ich beim indirekten Fragesatz das Verb verändert von "ist" in "sei".
Bei indirekten Fragesätzen verwendet man oft den Konjunktiv. "Sei" ist der Konjunktiv von "ist".

Willst du mehr über den Konjunktiv wissen, klick hier!

2.3.2 Die indirekte Entscheidungsfrage

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Hier haben wir ein Problem: Frage-(Haupt)-sätze haben ihr Prädikat vorn!!!

Beispiel:

Er fragte:»Verschenktdie Frauden ganzen Hausrat?«
 Hauptsatz PrädikatSubjektLokal-Adverbiale

Du siehst, das Prädikat "verschenkt" steht am Anfang des Entscheidungsfrage-Satzes. Das ist nun einmal der Aufbau einer Entscheidungsfrage: Prädikat, Subjekt und der Rest.

Im Nebensatz, also auch im indirekten Entscheidungsfrage-Satz, muss das Prädikat aber am Ende stehen.

Also muss für die 1. Stelle ein "Ersatz" her! --- und der lautet: "ob".

Aus »Verschenkt die Frau den ganzen Hausrat?« wird ob die Frau den ganzen Hausrat verschenkt.

Dann lautet der Gesamtsatz mit dem indirekten Entscheidungsfrage-Satz also:

Er fragte, ob die Frau den gesamten Hausrat verkauft.

Nun noch ein wenig Übung und du bist durch damit:

Hier einige Beispiele:

Durch Klick auf Kontrolle erhältst du die Lösung, durch Doppelklick geht's zurück.

  Direkte Frage         =>        indirekter Fragesatz  
1. Ich frage dich: »Kommst du mit ins Kino?« Kontrolle
2. Da fragte John: »Hast du etwas Zeit für mich?« Kontrolle
3. »Kannst du nicht schneller laufen?«, fragte er mich. Kontrolle
4. Der Mann fragte: »Ist das hier das Rathaus?« Kontrolle
5.  »Wozu ist das gut?«, fragte ich ihn. Kontrolle

Ergebnis: Alle Entscheidungsfrage-Hauptsätze lassen sich mit "ob" in Entscheidungsfrage-Nebensätze umwandeln.

Hast du bei den Nebensätzen den Konjunktiv ab dem zweiten Satz bemerkt?
(Übrigens: Die "normale" Verbform heißt Indikativ!)

Hier stelle ich die Verbformen gegenüber:

 Indikativ Konjunktiv
2.hast hätte
3.kannst könne
4.ist sei
5.ist sei

Willst du mehr über den Konjunktiv wissen, klick hier!

4. Zusammenfassung

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Hauptsatz<=>Nebensatz
Aussagesatz<=>Gliedsatz
Beispiel: Heute ist ein schöner Tag.<=>..., obwohl heute ein schöner Tag ist.
Ergänzungsfrage<=>indirekte Ergänzungsfrage
Beispiel: Will fragt: "Was hast du heute vor?"<=>Will fragt, was er heute vorhat/vorhabe.
Entscheidungsfrage<=>indirekte Entscheidungsfrage
Beispiel: Er fragt: "Gehst du mit ins Kino?"<=>Er fragt, ob ich mit ins Kino gehe.
Befehlssatz<=>kein Nebensatz möglich
Beispiel: Geh spielen!<=>

1 Der Grammatik-Duden unterscheidet Satzarten und Satzformen. Der Begriff "Satzarten"
unterteilt demnach nach den Inhalten, also z. B. Fragesatz vs. Befehlssatzm, während der Begriff
"Satzformen" nach dem Aufbau und der Funktion unterscheidet, also z. B. Hauptsatz vs. Nebensatz.
Ich habe mich bemüht, diese Unterteilung auf meinen Grammatik-Seiten durchzuhalten. Es ist aber
klar, dass der Aufbau (Satzform) auch über den Inhalt (Satzart) mit entscheidet und umgekehrt.
Insofern nenne ich die verschiedenen Nebensätze dann auch Satzarten, weil sie sich zwar im Aufbau,
aber eben auch in ihren Inhalten unterscheiden.

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Impressum/Disclaimer