Du bist hier: Homepage von Dietrich Schäckermann, Grammatik: Satzglieder
Home Zurück zur Grammatik-Übersicht Mail Diese Seite drucken

Die Grammatik der Satzglieder

Zur Einführung oder zur Wiederholung

Sollte dir irgendwo ein Fehler in dieser Übersicht auffallen, wäre es schön, wenn du mir eine Nachricht zukommen ließest. Hier meine E-Mail-Adresse

Folgende Begriffe sollten bekannt sein: Verb, Nomen, Adjektiv, Artikel,
(wenn du auf ein gelb unterlegtes Wort klickst, bekommst du eine kurze Erklärung dazu.)

Klicke hier, wenn du dich über informieren willst.


1. Übersicht der Satzglieder

Die nebenstehende „Mindmap“ dient der Orientierung.

Du solltest zunächst den nachfolgenden Text und die Aufgaben sorgfältig durcharbeiten. Zumindest solltest du den ersten Abschnitt über die Umstellprobe lesen. 

Zur Auffrischung deines Wissens und Könnens kannst du auf die farbig unterlegten Satzglied-Namen klicken. Du landest dann direkt bei der Erklärung zu dem jeweiligen Satzglied. Willst du wieder zurück zu dieser Stelle, klicke auf den Knopf "zurück" neben der Überschrift des jeweiligen Satzgliedes. 

Probiere es einmal aus!


Nach der „Übersicht der Satzglieder“ folgen nachstehende Themen.

2. Die Funktionen/Aufgaben der Satzglieder:

Hier erfährst du etwas über die Aufgaben, die die Satzglieder in der Sprache erfüllen. Bespiel: Das Subjekt nennt uns den Täter einer Handlung.

3. Aus Satzgliedern werden Nebensätze:

Hier zeige ich dir, wie du aus Satzgliedern Gliedsätze mit - etwa - gleichem Inhalt bauen kannst. Diese Umwandlung ist oft für deinen Stil im Aufsatz recht wertvoll.

Ich habe die Namen der Satzglieder in der Mindmap im Singular geschrieben, wenn sie nur einmal im Satz vorkommen dürfen. Können sie mehrfach vorkommen, habe ich den Plural gewählt.

Die Satzglieder heißen im Singular / Plural: das Prädikat / die Prädikate; das Subjekt / die Subjekte; das Objekt / die Objekte; das Adverbial / die Adverbiale(n); das Attribut / die Attribute
Das Adverbial wird auch noch „die Adverbiale“ genannt. Dann heißt der Plural „die Adverbialen“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Umstellprobe   

Der deutsche Satz ist in der Reihenfolge der Satzglieder sehr beweglich. Die verschiedenen Satzstücke können an die erste Stelle des Satzes treten, ohne dass sich der Sinn wesentlich verändert. Die Umformungen klingen zwar manchmal etwas eigentümlich, aber sie sind grammatisch richtig.

Beispielsatz                      Dort gibt der Briefträger dem Mann den Brief.

1. Umstellung                    Der Briefträger gibt dem Mann dort den Brief.

2. Umstellung                    Dem Mann gibt der Briefträger dort den Brief.

3. Umstellung                    Den Brief gibt der Briefträger dort dem Mann.

Mehr Umstellungen sind nicht möglich, ohne den Sinn des Satzes zu verändern. Es lassen sich auch nicht die Wortgruppen „der Briefträger“, „dem Mann“, und „den Brief“ auseinanderreißen. Will ich aus dieser Gruppe ein einzelnes Wort nach vorn stellen, entsteht entweder ein neuer Sinn oder Unsinn. 

Die so gefundenen Wortgruppen bilden zusammen je ein Satzglied

Ein Satzglied besteht also aus einer Wortgruppe, die man im Satz verschieben kann. Oder auch anders gesagt: Wörter eines Satzes bilden dann ein Satzglied, wenn sie sich gemeinsam im Satz verschieben lassen. So eine knappe Formulierung, die etwas eindeutig festlegt nennt man eine Definition. Wir definieren:

 

Definition: Ein Satzglied ist eine im Satz verschiebbare Wortgruppe.

 

Die Satzglieder werden durch senkrechte Striche voneinander abgetrennt.

|Dort|gibt|der Briefträger|dem Mann|den Brief|.

Wir können sagen: Die Satzglieder sind wie Schubladen in einer Kommode: Sie lassen sich untereinander austauschen, ohne dass der Inhalt sich ändert. Hier ein Bild, um zu veranschaulichen, was gemeint ist.

Wir fassen zusammen:

1. Schritt:                    Umstellprobe
                                     Stelle nacheinander so viele Wortgruppen wie möglich 
                                     an den Anfang des Satzes.

 

Wir merken uns:        Die Wörter, die nur zusammen nach vorn im Satz gezogen werden können, 
                                    bilden zusammen ein Satzglied.

 

 

Die Satzglieder   

Es gibt in jedem Satz verschiedene Satzglieder. Sie unterscheiden sich in ihrer Aufgabe, die sie im Satz erfüllen. Man kann auch sagen, sie haben unterschiedliche Funktionen. Deshalb haben sie natürlich auch unterschiedliche Namen.

Die Satzglieder heißen:

1.    Prädikat (In jedem Satz kann nur ein Prädikat stehen.)                                Abkürzung: PK

2.    Subjekt (In jedem Satz kann nur ein Subjekt stehen.)                                   Abkürzung: S

2.    Objekte (Die Anzahl der Objekte im Satz hängt vom Verb ab.                    Abkürzung: O

4.    Adverbiale (Es können verschiedene Adverbiale im Satz stehen.)               Abkürzung: Adv

5.    Attribute (Es können sehr viele Attribute im Satz stehen.)                           Abkürzung: Attr

 

Leider tanzen die Attribute aus der Reihe. Sie lassen sich nicht im Satz verschieben. Deshalb rechnen viele Leute sie auch nicht zu den Satzgliedern. Aber da mache dir man keine Sorgen, das werden wir später noch ganz genau klären. 

Nun zum ersten Satzglied, dem Prädikat.

1          Das Prädikat   
 Plural: die Prädikate

Bei der Umstellprobe zeigt sich, dass ein Satzglied immer an der 2. Stelle stehen bleibt. Zieht man es nach vorn, so wird eine Frage aus dem Satz. 

In unserem Beispiel bleibt "gibt" immer an 2. Stelle. Dieses eine Wort bildet also ein Satzglied.

Probiere es aus: 

Gibt der Briefträger dort dem Mann den Brief?

Das  Satzglied, das bei der Umstellprobe immer an der 2. Stelle stehen bleibt, ist das Prädikat. Als Vorstellung kannst du dir merken:

Die Satzglieder kreisen um das Prädikat wie die Speichen im Rad um die Nabe.

Dazu ein Bild:

 

 Und hier die Kommode, bei der die zweite Schublade eine Namen bekommen hat: Sie heißt ab jetzt Prädikat (PK).

 

 

Wir merken uns:        Das Satzglied an der 2. Stelle in einem normalen Satz heißt Prädikat.

Durch die Umstellprobe wird auch klar:

In den Satzgliedern (also in der Schublade!) können mehrere Wörter stehen oder auch nur ein einzelnes Wort. Außen an einer Schublade steht immer nur ein Name: der Name des Satzgliedes. Außen dran steht "Prädikat".

Im Prädikat stehen nur Verben.

 

In allen anderen Satzgliedern (außer dem Prädikat) können Nomen stehen. Wenn dort Nomen stehen, gehört, bis auf wenige Ausnahmen, ein Artikel dazu. Diese Ausnahmen bilden vor allem die Namen. Sie stehen in der Regel ohne Artikel da. Schau einmal:

 

 

PK

 

Dort

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief.

Dort

gibt

Peter

Hans

den Brief.

 

Um die einzelnen Satzglieder genau bestimmen zu können, setzt man am besten in jedes ein maskulines/männliches Nomen ein.

 

PK

Dort

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief.

Bei dem Baum

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief.

 

2. Schritt:                       Ersatzprobe: 
                                        Ersetze jedes Satzglied
– mit Ausnahme des Prädikats – 
                                       
durch ein maskulines Nomen.

 

Es ist leicht zu erkennen, dass nun in jedem Satzglied ein Artikel und ein Nomen auftauchen.

Bei drei Satzgliedern steht der Artikel direkt an der linken Satzgliedgrenze, also am Anfang des Satzgliedes. Dies sind:

-        „der Briefträger“

-        „dem Mann“

-        „den Brief“

 

2          Das Subjekt   
 Plural: die Subjekte

Die drei Satzglieder mit dem Artikel direkt an der linken Satzgliedgrenze sind entweder das Subjekt oder die Objekte.

Wir merken uns:        Satzglieder mit einem Artikel am Anfang bilden entweder das Subjekt (S) oder ein Objekt (O).

 

Nun müssen wir etwas ausholen:

Jedes Nomen hat im Deutschen ein bestimmtes Geschlecht, ein Genus (Mehrzahl: Genera; Genus spricht man mit kurzem „u“.

Es gibt drei Genera:

-        maskulin         (männlich)

-        feminin            (weiblich)

-        neutral             (sächlich)

Jedes Nomen tritt im Satz in einem bestimmten Fall, einem Kasus auf ( Kasus spricht man mit kurzem „u“. Mehrzahl: Kasus, langes „u“).

Es gibt 4 Kasus:

-        Nominativ

-        Genitiv

-        Dativ

-        Akkusativ

Außerdem treten Nomen entweder in der Einzahl (Singular) oder in der Mehrzahl (Plural) auf.

Das gibt eine hübsche Tabelle:
(Klicke in die Zeile, wenn 
du sie hervorheben willst.)

Satzglied Kasus maskulin feminin neutral Plural
Subjekt Nominativ der Mann die Frau das Kind die Eltern
Objekt Genitiv des Mannes der Frau des Kindes der Eltern
Objekt Dativ dem Mann der Frau dem Kind den Eltern
Objekt Akkusativ den Mann die Frau das Kind die Eltern

 

Wie man sieht, haben nur maskuline Wörter in allen 4 Kasus einen anderen Artikel. Bei allen anderen wiederholen sich die Artikel zumindest beim Nominativ und Akkusativ.

 

Aufgabe:  Lerne die Reihe der maskulinen Artikel auswendig.
Lerne dazu auch den Namen das Kasus und für welches Satzglied er steht. Also:

 

auswendig lernen!

Nominativ

= der  = Subjekt

Genitiv

= des  =  Genitiv-Objekt

Dativ

= dem = Dativ-Objekt

Akkusativ

= den = Akkusativ-Objekt
 

Wir merken uns: 

Satzglieder mit einem „der“ am Anfang und einem maskulinen Nomen stehen im Nominativ. Sie bilden das Subjekt (S).

 

3          Die Objekte   
 Singular: das Objekt

Wir merken uns:

Satzglieder mit einem „dem“ am Anfang und einem maskulinen Nomen stehen im Dativ. Sie bilden das Dativ-Objekt (D-O).

Wir merken uns:

Satzglieder mit einem „den“ am Anfang und einem maskulinen Nomen stehen im Akkusativ. Sie bilden das Akkusativ-Objekt (A-O).

 

 

Zwischen dem Artikel und dem Nomen können noch einige andere Wörter stehen, doch die interessieren hier nicht. Auch nach dem Nomen können noch etliche Wörter auftauchen, auch diese interessieren nicht.

 

Aufgabe:   Suche in folgenden Beispielsätzen den Artikel und das Nomen, die entscheidend sind. (Nur das unterstrichene Satzglied soll untersucht werden):

 

-         Der Ball gehört dem großen Hund.

-         Dann holte der Junge den völlig durchnässten Schuh seines Freundes aus dem Bach.

-         Und schon war der unglaubliche Siegeslauf zu Ende.

 

„dem großen Hund“:                                                      Subjekt?, Dativ-Objekt?, Akkusativ-Objekt?

„den völlig durchnässten Schuh seines Freundes“:        Subjekt?, Dativ-Objekt?, Akkusativ-Objekt?

„der unglaubliche Siegeslauf “:                                     Subjekt?, Dativ-Objekt?, Akkusativ-Objekt?

Wir merken uns: 

Subjekt und Objekte unterscheiden sich nur durch den Kasus, in dem sie stehen
Subjekt
= Nominativ, Objekte = Dativ und Akkusativ.

 

Ist dir aufgefallen, dass wir über den Genitiv noch gar nichts gesagt haben? Nun, das Genitiv-Objekt kommt im Deutschen fast nicht mehr vor. Und warum sollen wir uns mit etwas beschäftigen, das kaum noch vorkommt. Hier für die ganz Wissensdurstigen ein Beispiel:

Der Pastor sagt von der Kanzel: „Lasst uns des Toten gedenken.“ = Genitiv-Objekt.

 

Nun können wir schon eine ganze Menge der Satzglieder in unsrem Beispielsatz bestimmen. Ich zeige ihn dir hier noch einmal in unserer Kommode, damit du dir die Satzglieder besser vorstellen und dementsprechend einprägen kannst.

4          Die Adverbiale   
Singular: das Adverbial oder das Adverbiale. Wird auch adverbiale Bestimmung genannt.

Hier, zur Erinnerung , noch einmal unser Beispielsatz. In der 2. Zeile die Ersetzungen durch maskuline Wörter:

 

?

PK

S

D-O

A-O

Dort

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief.

Bei dem Baum

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief

 

Du siehst, ein Satzglied haben wir noch nicht bestimmt. Es ist entweder mit nur einem Wort gefüllt (dort) oder mit drei Wörtern (bei dem Baum).

Das eine Wort (dort) ist ein Adverb. Früher, in der Grundschule, hast du diese Art Wörter zu den Wie-Wörtern gezählt. Wichtig ist, dass du sie allein im Satz verschieben kannst (Umstellprobe!) und dass du sie durch ein Nomen ersetzen kannst. Probiere dies an folgenden Sätzen aus. Verschiebe das unterstrichene Wort und ersetze es durch ein Nomen. Du wirst dann immer drei Wörter einfügen müssen:

-         Das Pferd ging plötzlich mit mir durch! (Ersatz: mit einem Male)

-         Ich gebe dir deshalb noch keine Antwort. (Ersatz: aus dem Grund)

-         Wir treffen uns dort. (Ersatz: an der Mauer)

 

Du siehst: für das einzelne Adverb (plötzlich, deshalb, dort) setzt du immer drei Wörter ein. Immer?

Setze für „an der Mauer“ jetzt „am Bach“ ein. Dann heißt der Satz:

- Wir treffen uns am Bach.

In diesem Beispiel stehen doch nur zwei Wörter als Ersatz für „dort“! Du weißt aber bestimmt schon, dass sich das Wort „am“ aus „an dem“ zusammensetzt. Es sind also doch drei Wörter: zwei im Wort „am“ versteckt und ein Nomen. Diese Art der Verkürzung kennst du sicherlich auch aus dem Englischen. („I’m“ für „I am“)

Wir stellen eine Liste zusammen. Vielleicht fallen dir noch mehr Verkürzungen ein:

 

Verkürzung

2 Wörter

im

in dem

ums

um das

fürs

für das

am

an dem

beim

bei dem

 

So, nun aber zu der Satzgliedbestimmung.

Also: Satzglieder, die aus Nomen + Artikel + einem vorangehenden Wort bestehen, sind Adverbiale. Allerdings kann auch, anstelle dieser Wortkombination, ein einzelnes Wort dort stehen, nämlich ein Adverb.

Oder anders formuliert:

Wir merken uns: 

Adverbiale bestehen aus    Präposition + Artikel + Nomen 
                             oder aus einem
Adverb.

Wir merken uns: 

Die Wortart, die eine (dreiwortige) Adverbiale einleitet, heißt Präposition !

 

Allerdings können auch Adjektive die Artikel ersetzen. Und bei den Tageszeiten fehlt oft der Artikel, genau so wie du es schon bei den Namen gelernt hast. Hier Beispiele:

-         an ähnlicher Stelle = Präposition + Adjektiv + Nomen

-         an schönen Tagen = Präposition + Adjektiv + Nomen

-         bei schönem Wetter = Präposition + Adjektiv + Nomen

-         wegen ungenauer Angaben = Präposition + Adjektiv + Nomen

-         bei gleichen Voraussetzungen = Präposition + Adjektiv + Nomen

-         gegen Abend = Präposition + Nomen

-         gestern Abend (besonderer Fall! Wird später geklärt.) = Adverb + Nomen

Bei den Adjektiven (ähnlicher, schönen, schönem, ungenauer, gleichen) kannst du an den Endungen erkennen, dass dort die Artikel mit eingebunden sind.

Also:

-         an schönen Tagen = an den schönen Tagen;

-         bei schönem Wetter = bei dem schönen Wetter

-         usw.

Aufgabe:  Benutze die Umstellprobe und die Ersatzprobe und finde so in den folgenden Sätzen die Adverbiale (In einem Satz können auch mehrere sein!):

-         Vor ein paar Tagen gelang der erste Marsflug.

-         Er wartete an jedem Tag an derselben Stelle.

-         Bei schönem Wetter spielen wir im Garten.

-         Schon erklang der erste Ton.

-         Die Kinder riefen ihm wegen seines krummen Rückens Schimpfwörter nach.

Du hast sicherlich gemerkt, dass gerade die Adverbiale die Aussage eines Satz genauer machen. So geben sie uns Hinweise darauf, wann, wo, wie und warum etwas geschieht.

Um also die Adverbiale noch genauer zu bestimmen, machen wir Folgendes:

Aufgabe:  Bringe mit Hilfe der Umstellprobe die zu untersuchende Adverbiale an den Anfang des Satzes.

Aufgabe:  Ersetze sie nacheinander durch die vier Fragewörter. (Also: Ersatzprobe!)

§       wann

§       wo

§       wie

§       warum

Die Antwort auf diese Fragen soll immer die unterstrichene Adverbiale geben.

Beispiel:

-         Bei schönem Wetter spielen wir im Garten.

o      Wann spielen wir im Garten?

o      Wo spielen wir im Garten?

o      Wie spielen wir im Garten?

o      Warum spielen wir im Garten?

Na, auf welche der drei Fragen ist „bei schönem Wetter“ die beste Antwort? Ich denke, am besten passt „Wann spielen wir im Garten.

Mit Hilfe dieser 4 Fragewörter kannst du also recht gut die verschiedenen Adverbiale unterscheiden.

 

Die 4 Adverbiale heißen:
(Klicke in die Zeile, wenn 
du sie hervorheben willst.)

Fachausdruck Abkürzung deutscher Begriff Fragewort

Temporal-
Adverbiale

T-Adv Angabe
der Zeit
wann, wie lange
Lokal-
Adverbiale
L-Adv Angabe
des Ortes
wo, woher,wohin
Modal-
Adverbiale
M-Adv Angabe
der Art und Weise
wie,womit, 
wie viel, wie oft
Kausal-
Adverbiale
K-Adv Angabe
des Grundes
warum, wozu,
unter welcher Bedingung

Achtung: temporal, lokal, modal, kausal schreibt man klein, weil es Adjektive sind. In der Verbindung mit Adverbiale wird daraus natürlich ein Nomen, das du groß schreibst. Also: Temporal-Adverbiale

Aufgabe:  Bestimme in folgenden Sätzen die unterstrichenen Adverbiale. (Hilfe: Wenn du mit der Maus in das zu bestimmende Satzglied klickst, erscheint die Lösung in einem Fenster.)

Wir treffen uns an der alten Bude.

Wir kommen wegen der Annonce.

Du gehst jetzt ohne Murren ins Bett!

Das habe ich dir gestern schon gesagt.

 

Nun können wir auch das letzte Satzglied in unserem Beispielsatz bestimmen. Es ist eine Lokal-Adverbiale!

 

L-Adv

Prädikat

Subjekt

Dativ-Objekt

Akkusativ-Objekt

Dort

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief.

Bei dem Baum

gibt

der Briefträger

dem Mann

den Brief.

 

Schau dir nun unsere „Kommode“ an. Alle Schubladen sind benannt, alle Satzglieder bestimmt:

 

Selbstverständlich kann ein Satz mehrere Adverbiale enthalten.

 

T-Adv

Prädikat

Subjekt

M-Adv

L-Adv

Gestern

fuhren

wir

mit dem Auto

zu meiner Oma.

 

5          Die Attribute   

Nun fehlt noch das letzte Satzglied, das Attribut.

Das Attribut ist ein merkwürdiges Satzglied. Es ist schwächer als ein Satzglied, aber mehr als nur eine Wortart. Es ist eigentlich kein Satzglied mehr, weil es sich nicht allein an den Anfang des Satzes stellen lässt (Umstellprobe ergibt Unsinn). Es ist aber auch nicht eine Wortart, weil Attribute aus mehreren Wörtern bestehen können. Zunächst also wieder ein Beispiel:

 

Ich

begegnete

dem Alten

auf dem mittleren Weg des Parks.

 

Mache die Umstellprobe und bestimme die Satzglieder:

 

 

 

 

 

Ich

begegnete

dem Alten

auf dem mittleren Weg des Parks.

 

Du siehst: Ein Satzglied enthält 2 Nomen. Aber du kannst „des Parks“ nicht allein nach vorn ziehen. Das ergibt Unsinn! Diese Wortgruppe ist also eigentlich kein Satzglied, denn wir sagten:

Alle Wörter, die nur gemeinsam an den Anfang des Satzes gezogen werden können, bilden zusammen ein Satzglied

 

Eigentlich ist das ja schon von Anfang an klar gewesen, denn das hat uns ja die Umstellprobe schon gezeigt.

Diese Wortgruppe, die wir gerade untersuchen,  ist aber auch keine Wortart, denn es sind ja mehrere Wörter, die zu verschiedenen Wortarten zählen:

-        des      =         Artikel

-        Parks =         Nomen

 

Ja, was nun?

Wir merken uns:  

 Attribute sind Teil eines Satzgliedes, also: Teilssatzglieder.

 

Dazu ein Bild, damit du dir das besser vorstellen kannst.

Ich habe einfach die Kommode ein wenig „zerschnitten“, damit wir die Schublade, die ein Attribut enthält, besser sehen können...

Du siehst, in der Schublade „Lokal-Adverbiale“ befinden sich zwei Schachteln, die die Attribute enthalten. In der einen Schachtel ist nur das Wort „mittlere, in der anderen sind die Wörter „des Parks“

 

Nun schauen wir genauer, wo Attribute auftauchen. Zunächst gebe ich dir hier die Bestimmung der Satzglieder:

S

PK

D-O

L-Adv

Ich

begegnete

dem Alten

auf dem mittleren Weg des Parks.

 

Wir stellen den Satz um:

L-Adv

PK

S

D-O

Auf dem mittleren Weg des Parks

begegnete

ich

dem Alten.

 

Du siehst, die Lokal-Adverbiale (L-Adv) „auf dem mittleren Weg des Parks“ enthält viel mehr Wörter, als eine Adverbiale enthalten muss. Du findest:

-        auf             =   Präposition

-        dem           =   Artikel

-        mittleren   =   Adjektiv

-        Weg           =   Nomen

-        des             =   Artikel

-        Parks         =   Nomen

 

Welche Wörter sind denn nun für die Adverbiale notwendig? Ich glaube, dies erkennst du sehr schnell:

auf, dem, Weg

Alle anderen Wörter in diesem Satzglied sind für den Satz nicht notwendig. Er lautet dann:

 

Auf dem Weg begegnete ich dem Alten.

 

Das Wort „Weg“ wir durch zwei beschreibende Wortgruppen genauer gemacht. Es ist nicht irgendein Weg, sondern der Weg des Parks. Und es ist auch nicht irgendein Weg des Parks, sondern der mittlere. Und damit haben wir genau die Aufgabe von Attributen beschrieben:

Wir merken uns:

Attribute beschreiben Nomen. Dieses Nomen nennen wir Bezugsnomen

 

Attribute stehen also immer bei einem Nomen. Sie stehen entweder davor oder danach.

 

Unser Beispiel lässt sich also so gliedern

<-------              Lokal-

Adverbiale      

--------->

auf dem   Weg  
  mittleren   des Parks
  ^ eingeschobene Attribute ^

Das Ganze ist also eine Lokaladverbiale, in die zwei Attribute eingeschoben sind. Diese Attribute stehen entweder

-        vor dem Bezugsnomen oder

-        hinter dem Bezugsnomen.

 

Aufgabe:  Finde in folgenden Beispielen die Attribute: (Hilfe: Klicke mit der Maus auf die einzelnen Wörter des Beispiels.)

 

-        beim Barte meines Vaters

-        im schönsten Land der Welt

-        der große Preis von Deutschland

-        der alte Förster ,ein gutmütiger Mann,

 

Soll genügen.

Nun kann man die Attribute noch weiter unterteilen. Dies zeige ich dir am besten in einer Tabelle:

 

Name des Attributes

Beispiel, vorangestellt

Bezugsnomen

Beispiel, nachgestellt

Name des Attributes

Adjektiv-Attribut

schönes

Haus

 

 

Possessiv-Attribut

mein

Vater

 

 

Demonstrativ-Attr

diesen

Dienstag

 

 

 

 

Haus

des Nachbarn

Genetiv-Attribut

 

 

Preis

von Deutschland

Präpositional-Attr

 

und hier zwei Attribute, die mit einem Komma vom Bezugsnomen abgetrennt werden:

 

unser

Dienstag

, der Sporttag,

Apposition

 

dein

Name

, der hier steht,

Attributsatz

Zusammenfassung: So, das ist es im Wesentlichen. Ich stelle noch einmal alle Satzglieder zusammen:

 

1.     Prädikat

2.     Subjekt

3.     Objekte

§       Dativ-Objekt

§       Akkusativ-Objekt

4.     Adverbiale

§       Temporal-Adverbiale

§       Lokal-Adverbiale

§       Modal-Adverbiale

§       Kausal-Adverbiale

5.     Attribute

§       vorangestellte Attribute

         Adjektiv-Attribut

         Possessiv-Attribut

         Demonstrativ-Attribut

§       nachgestellte Attribute

         Genitiv Attribut

         Präpositional- Attribut

         Apposition

         Attributsatz

 

Und hier ein Beispielsatz, in dem alle Satzglieder vorkommen:

 

Dieser Mann, der Träumer, brachte täglich der Frau des Besitzers für die gute Stimmung im Haus persönlich einige Blumen in ihre Wohnung, die im Parterre lag.

 

ê Satzglieder ê

S

PK

T-Adv

D-O

K-Adv

M-Adv

A-O

L-Adv

 

Mann,

 

brachte

täglich

der Frau

 

für die

 

Stimmung

 

persönlich

einige Blumen

in,

 

Wohnung,

 

Dieser

 

der Träumer

 

 

 

des Besitzers

 

gute

 

im Hause

 

 

 

ihre

 

die im Parterre lag.

Dem-Attr

 

Apposition

 

 

 

Genitiv-Attr

 

Adj-Attr

 

Präpositional-Attr

 

 

 

Possessiv-Attr

 

Attributsatz

é Attribute = Teilsatzglieder é

 

2. Die Funktionen/Aufgaben der Satzglieder

Untersuchen wir die Satzglieder noch einmal genauer auf ihre Aufgabe, ihre Funktion hin. Das soll heißen:

Welche Informationen geben die Satzglieder dem Hörer/Leser eines Satzes?

Aufgabe/Funktion des Satzgliedes  Satzglied Wortarten, die im Satzglied auftreten können.
Handlung nennen Prädikat Verb 
„Täter“ nennen Subjekt Artikel + Nomen oder Pronomen
„Opfer“ nennen Objekte Artikel + Nomen oder Pronomen
Beschreibung von Handlungen Adverbiale Präposition + Artikel + Nomen oder Adverb
Beschreibung von Personen, Dingen Attribute Adjektiv, aber auch alle anderen Wortarten in Verbindungen, selbst Sätze sind möglich.
 

 

3. Aus Satzgliedern werden Nebensätze   

Nun hast du alle Satzglieder und Teilsatzglieder kennen gelernt. All diese Satzglieder lassen sich in Nebensätze umwandeln.

Um die Umwandlung kennen zu lernen, müssen wir zunächst klären, was denn nun genau ein Nebensatz ist und wie er sich vom Hauptsatz unterscheidet. Dazu einige Beispiele:

Die Zuschauer strömten aus dem Stadion, als das Spiel zu Ende war.

Weil es draußen regnet, spielen wie im Haus.

In diesem Kästchen, das du gut aufbewahren solltest, liegt ein Geheimnis.

Alle drei Sätze bestehen aus einem Haupt- und einem Nebensatz.

        Im ersten Beispiel steht der Nebensatz hinten,

        im zweiten steht er vorn und

-       im dritten ist er von Teilen des Hauptsatzes umgeben. In diesem Fall sagt man: Der Nebensatz ist in den Hauptsatz eingeschoben.

Zum ersten Beispiel:

Mache mit dem gesamten Satz die Umstellprobe.

-        Die Zuschauer strömten aus dem Stadion, als das Spiel zu Ende war.

-        Als das Spiel zu Ende war, strömten die Zuschauer aus dem Stadion.

-        Aus dem Stadion strömten die Zuschauer, als das Spiel zu Ende war.

-        Die Zuschauer strömten, als das Spiel zu Ende war, aus dem Stadion.

Du siehs: Der Nebensatz als das Spiel zu Ende war lässt sich im Hauptsatz an die verschiedensten Stellen verschieben.

Wir merken uns:

Nebensätze lassen sich im Hauptsatz verschieben.

Wie unterscheiden sich nun Hauptsätze und Gliedsätze?

Hauptsätze lassen sich, wie du gerade wieder einmal gesehen hast, umstellen. Versuche dies einmal mit dem Gliedsatz:

       Weil es draußen regnete,...

Geht nicht! Wenn du allerdings das erste Wort weglässt, geht es wieder:

       Es regnete draußen.

       Draußen regnete es.

Noch etwas Merkwürdiges passiert mit dem Satz. Das letzte Satzglied ist im Nebensatz immer das Prädikat (PK).
Machst du - unter Weglassung des ersten Wortes - die Umstellprobe, wandert dieses Prädikat an die 2. Stelle.
Und da gehört es ja auch in einem Hauptsatz hin!

Wir merken uns:

Im Nebensatz steht das (vollständige) Prädikat an letzter Stelle.

Hier einige Beispiele. Mach dazu die entsprechende Umstellprobe.

Weil du heute deine Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht hast,... "gemacht hast" = Prädikat

1. Umstellprobe (erstes Wort weglassen!):    Du hast heute deine Hausaufgaben nicht gemacht.  "hast ... gemacht" = Prädikat
2. Umstellprobe                                           Heute hast du deine Hausaufgaben nicht gemacht.
3. Umstellprobe:                                          Deine Hausaufgaben hast du heute nicht gemacht.

Du siehst, im Hauptsatz steht das Prädikat in unserem Beispiel an 2. und an letzter Stelle, im Gliedsatz aber zusammen an letzter Stelle.

Andere Beispiele, an denen du üben kannst. Denke daran: Du musst das erste Wort weglassen.

Da wir heute unsere Oma besucht haben, ...
Nachdem die Reise beendet war, ...
..., weshalb du jetzt schnell nach Hause gehen musst.
..., wo du den Ball dann ablegst.
..., wie du dir sicher denken kannst, ...

 Und so hast du auch eine ganz sichere Methode kennen gelernt, Hauptsätze und Gliedsätze zu unterscheiden.

Gliedsätze haben Das Prädikat vollständig am Ende des Satzes, Hauptsätze einen Teil des Prädikats an 2. Stelle im Satz.

So nun kannst du Haupt- und Gliedsätze unterscheiden.

Außerdem hast du gelernt, dass man eine Gliedsatz im Hauptsatz verschieben kann - genau so wie ein Satzglied!

Nun kann man aber auch ein Satzglied durch eine Gliedsatz ersetzen! Ich mache es vor:

Wegen des Regens

spielten die Kinder im Haus.

Weil es regnete, spielten die Kinder im Haus.
Nach dem Ende des Spiels gingen die Zuschauer nach Hause.
Als das Spiel zu Ende war, gingen die Zuschauer nach Hause.
Am Gasthaus zum Bären biegst du links ab.
Wo das Gasthaus zum Bären steht, biegst du links ab.
Durch fleißiges Üben bekommst du gute Noten.
Indem du fleißig übst, bekommst du gute Noten.

Du siehst, jedes Satzglied hat einen Gliedsatz mit ähnlicher Aufgabe zum Partner.

Das erste Beispiel enthält ein Kausaladverbial. Der Gliedsatz heißt deswegen auch Kausal-Satz.

Das zweite Beispiel enthält ein Temporaladverbial. Der Gliedsatz heißt deswegen auch Temporal-Satz.

Das dritte Beispiel enthält ein Lokaladverbial. Der Gliedsatz heißt deswegen auch Lokal-Satz.

Das vierte Beispiel enthält ein Modaladverbial. Der Gliedsatz heißt deswegen auch Modal-Satz.

Natürlich ist es nicht ratsam, jedes Satzglied in Zukunft in eine Gliedsatz zu zwingen oder umgekehrt. Hier setzt dann dein Sprachgefühl an, welche Form besser klingt. Aber du kannst diese Technik sehr gut beim Schreiben von Aufsätzen benutzen. Durch die Verwendung beider Techniken hast du einen guten Einfluss auf deinen Stil.

Sollte dir irgendwo ein Fehler in dieser Übersicht aufgefallen sein, wäre es schön, wenn du mir eine Nachricht zukommen ließest. Hier meine E-Mail-Adresse

 

 

 


Impressum/Disclaimer