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Trennung von
Adverb, Konjunktion, Präposition und Subjunktion
mit Hilfe von Proben


Es bereitet immer wieder Probleme, die Wortarten Adverb, Konjunktion, Subjunktion, Präposition voneinander zu trennen. (Klick auf das Wort, um seine Bedeutung zu erfahren.)

Dies soll hier geschehen.

Der Umgang mit diesen Wortarten ist vor allem wichtig, wenn man einen abwechselungsreichen, aber auch präzisen Stil schreiben will. Ich kann z. B. einen begründenden (kausalen) Zusammenhang mit allen vier Wortarten aussagen.

Dazu ein Beispiel:

Ich bleibe zu Hause, weil es regnet. (Subjunktion)
Ich bleibe zu Hause, denn es regnet. (Konjunktion)
Ich bleibe zu Hause wegen des Regens (oder wegen dem Regen). (Präposition)
Es regnet. Darum bleibe ich zu Hause. (Adverb)

Du siehst: Eigentlich sagen die vier Sätze - ziemlich - genau dasselbe.
So kannst du also sehr schön je nach Schreibanlass variieren.

Hier geht's direkt zu den Unterscheidungs"tricks": Konjunktion, Subjunktion, Adverb, Präposition

Oder zunächst einmal eine Begriffsklärung:

Konjunktion Unter Konjunktionen sollen hier nur "Hauptsatz-Bindewörter" verstanden sein, also Wörter, die zwei Hauptsätze miteinander verbinden.
Beispiele: denn, nur, aber
Subjunktion Unter Subjunktionen sollen hier die Bindewörter verstanden werden, die Gliedsätze einleiten. Sie werden - laut Duden-Grammatik (Regel 662) - auch "Unterordnende Konjunktionen" genannt.

Beispiele: weil, wenn, obwohl
Adverb Adverben sind - fast immer - einzelne Wörter, die im Satz mit Hilfe der Umstellprobe verschoben werden können.
Sie stehen immer in einer Adverbiale (= Satzglied!)
Beispiele: darum, deswegen, nun, seitdem, dort
Präposition Präpositionen leiten Satzglieder, vor allem Adverbiale ein.
Beispiel: "in dem Haus"

Nun zu den genaueren Bestimmungen.

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Konjunktion und Subjunktion

Konjunktionen und Subjunktionen haben eines gemeinsam: Sie stehen am Anfang eines Satzes.

Beispiele:

Konjunktion: Du muss heute länger bleiben, denn du bist nach der Pause zu spät in den Klassenraum gekommen.
Hauptsatz Hauptsatz
Subjunktion: Du muss heute länger bleiben, weil du nach der Pause zu spät in den Klassenraum gekommen bist.
Hauptsatz Gliedsatz

Es geht hier also um die beiden Sätze
denn du bist nach der Pause zu spät in den Klassenraum gekommen. und
weil du nach der Pause zu spät in den Klassenraum gekommen bist.

Der erste ist ein Hauptsatz. Dies erkennst du daran, dass das Prädikat an 2. und an letzter Stelle steht: ... bist ... gekommen.
Der zweite ist ein Gliedsatz. Dies erkennst du daran, das das gesamte Prädikat an letzter Stelle steht: ... gekommen bist.

Wenn du mit beiden Sätzen die Umstellprobe machst, wirst du sehen, dass denn und weil immer am Anfang des Satzes stehen bleiben!

Hier die Umstellproben:
Denn nach der Pause bist du zu spät gekommen.
weil nach der Pause du zu spät gekommen bist.

Beide Umstellungen klingen zwar etwas ungewöhnlich, sind aber grammatikalisch richtig. Du kannst dir sicher auch Situationen vorstellen, in den diese Sätze gesprochen werden; z. B., um etwas zu betonen.

Du siehst: denn und weil stehen vor dem Satz. Sie gehören eigentlich gar nicht dazu. Man kann auch sagen: Sie stehen an der 0. Stelle. Und das ist eben das Merkmal von Bindewörtern, also Konjunktionen und Subjunktionen: Sie stehen am Anfang, vor dem eigentlichen Satz und lassen sich auch nicht durch die Umstellprobe ins Satzinnere ziehen.

Leider muss ich hier diese schöne Regelmäßigkeit ein wenig stören: Es gibt Konjunktionen, also Hauptsatzbindewörter, die auch mal ins Satzinnere rutschen können.

Hier ein Beispiel:

Er sah sie, aber er hörte sie nicht.
Er sah sie, er hörte sie aber nicht.
1)

Du siehst: Das Aber kann auch innerhalb des zweiten Hauptsatzes stehen.
die gleiche Möglichkeit hat die Konjunktion jedoch.

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Nun zu den Adverbien

Sie lassen sich - im Gegensaz zu den Kon-/Subjunktionen - sehr wohl ins Satzinnere ziehen. Hier ein Beispiel:

Du bist heute zu spät gekommen. Darum bleibst du nach der Schule länger.

Auch hier geht es um den 2. Satz: Darum bleibst du nach der Schule länger.

Stellen wir den Satz um, lautet er so:
Du bleibst darum heute nach der Schule länger.
Weitere Umstellungen kannst du sicher selbst erzeugen.

Du siehst: Das Adverb, das ja im Satzglied "Adverbiale" steht, wandert im Satz hin und her.

Hier einige Adverbiale, die du ausprobieren kannst: deshalb, so, nun, dort, ungefähr ...

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Nun zu den Präpositionen

Am häufigsten findest du Präpositionen in den Adverbialen (Satzglied!).

Zunächst ein Beispiel

Wegen deiner guten Noten solltest du ein Jahr überspringen.

Umstellprobe

Du solltest wegen deiner guten Noten ein Jahr überspringen. (Weitere Umstellungen erfinde bitte selbst.)

Du siehst: Die Wortgruppe wegen deiner guten Noten bleibt immer bei einander.
Sie bilden zusammen das Satzglied, "Kausal-Adverbiale" oder "Adverbiale Bestimmung des Grundes" genannt.

Zusammnfassung

Konjunktion, Subjunktion, Abdverb und Präposition sind Wortarten, die man recht gut mit der Umstellprobe auseinanderhalten kann.

Konjunktionen und Subjunktionverbinden Sätze. Sie stehen immer an 0. Stelle.
AdverbienLassen sich allein im Satz verschieben.
PräpositionenStehen am Anfang einer Wortgruppe. Sie bleiben bei der Umstellung immer bei dieser Wortgruppe.

1) Zitiert nach: Duden, die Deutsche Rechtschreibung, Duden Band 1, Mannheim, o.J. 24. Auflage Seite 153
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