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Die Wortarten

Die hier verwendeten Begriffe habe ich der Dudengrammatik entlehnt.

Sollte dir irgendwo ein Fehler in dieser Übersicht auffallen, wäre es schön, wenn du mir eine Nachricht zukommen ließest. Hier meine E-Mail-Adresse

Klicke hier, wenn du dich über informieren willst.


Die nebenstehende "Mindmap" dient der Orientierung. 

Du solltest aber auf jeden Fall den einleitenden Text lesen, um Grundbegriffe zu lernen oder zu wiederholen. 

Zur Auffrischung deines Wissens und Könnens kannst du auf diexmind-win-3.2.1.201011212218 .exe farbig unterlegten Wortart-Namen klicken. Du landest dann direkt bei der Erklärung zu der jeweiligen Wortart. Willst du wieder zurück zu dieser Stelle, klicke auf den Knopf "zurück" neben der Überschrift der jeweiligen Wortart. 

Im Text solltest du die gelb unterlegten Wörter anklicken. Du bekommst dann eine kurze Erklärung/Definition.

Probiere alles einmal aus!

Hier eine Zusammenstellung aller Wortarten als Mindmap (PDF-Datei), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Christian Knell

Und hier seine wirklich gut gelungene Mindmap im Original! Dazu musst du allerdings die Freeware XMind herunterladen und installieren.

 

Einleitung    

Man teilt die Wortarten ein in flektierbare und unflektierbare. Die flektierbaren passen sich im Satz an die Satzkonstruktion an. Dieses tun sie mit Hilfe von 

        Beispiel 1: Das Wort "fragen" passt sich in dem folgenden Satz an: Ich fragte ihn nach dem Weg. Du siehst, "frag" bleibt erhalten, "te" wird angehängt. 
        Beispiel 2: Das Wort "rufen" wird angepasst. Er rief ihm ein Schimpfwort zu. Hier wird der Wortstamm "ruf" in "rief" verändert.
        Beispiel 3: Das Wort "laufen" wird angepasst: Ich bin langsamer gelaufen als du. Du siehst "laufen" bleibt erhalten, "ge" wird vorangestellt. 

Ich habe in den Beispielen die Flexion am Verb (Tätigkeit/Handlungswort) gezeigt. Viele andere Wortarten lassen sich flektieren, andere nicht. Diese sind unflektierbar. Die unflektierbaren Wortarten fasst man zusammen mit dem Begriff: Partikel. Partikel passen sich also niemals an die Satzkonstruktion an! Sie sehen immer gleich aus, egal, in welchem Satz sie auftauchen. 
        Beispiele? schon, auf, und, drei, pfui

Bilde mit diesen Wörtern Sätze und du wirst sehen, sie bleiben in allen Sätzen gleich, verändern sich nicht.

Hier eine Übersicht über die Einteilung der Wortarten:

flektierbar nicht flektierbar = Partikel
W
o
r
t
a
r
t
e
n
Konjugation Verben Adverb
 Deklination Nomen Präposition
 Deklination Pronomen Konjunktion
Deklination  Adjektive Numerale
Deklination  Artikel Interjektion

 

 

 

Verb    

Die Grammatik des Verbs umfasst im Grammatik-Duden allein über 100 Seiten. Du erwartest sicherlich nicht, dass ich dir hier alles zum Verb präsentiere. Deshalb zunächst ein paar Begriffe.

Das Verb wird auch genannt: Tu-Wort, Tätigkeitswort, Zeitwort. Es drückt eine Tätigkeit/Handlung aus. Dieses ist allerdings nicht allzu wörtlich zu nehmen. In dem Satz, Der Schrank steht auf der Diele. ist "steht" das Verb/Tätigkeitswort. Und wo ist die Tätigkeit/Handlung im Satz Paul träumt von Paula.? Richtig: träumt! Wenn das denn eine Tätigkeit ist. Aber man kann ja auch in seinem Inneren etwas tun, ohne dass man von außen etwas sieht, nicht?!

Das Verb gehört zu den flektierbaren Wortarten (siehe Einleitung). Bei der Anpassung des Verbs an die Satzkonstruktion spricht man von Konjugation. Verben werden also konjugiert. Dabei passt sich das Verb in zwei Richtungen an: 

  1. in Richtung auf den "Täter" der Tätigkeit/Handlung, die im Verb beschrieben wird. 
       
        Beispiel:  Ich gehe ins Kino. Du gehst ins Kino. Ist der Täter ein ich, fügen wir eine "e" an den Wortstamm, ist der Täter ein "du", fügen wir ein "st"an. Probiere aus, was passiert, wenn du nacheinander ich, du, er, sie (Mädchen), es, wir, ihr und sie (viele) benutzt. Du siehst, die Endung (Suffix) des Verbs ändert sich jedes Mal.

  2. in Richtung auf die Zeit, in der die Tätigkeit/Handlung stattfindet. 
            Beispiele: Wir fragen den Polizisten. Wir fragten den Polizisten. Du siehst, wenn die Tätigkeit/Handlung in der Vergangenheit (fragten) stattfindet, fügen wir ein "t" ein. 

Leider gibt es aber eine große Gruppe von Verben, die die Vergangenheit nicht so schön regelmäßig mit einem "t" anzeigen. Deshalb nennt man diese anderen Verben auch "unregelmäßige Verben". Und da es solche Verben auch im Englischen gibt, wirst du diese auch im Englischunterricht auswendig lernen müssen. Hier ein paar Beispiel aus dem Deutschen: 
                geben, gab, gegeben; riechen, roch, gerochen; fahren, fuhr, gefahren
; nehmen nahm, genommen; usw. 
Nun fallen dir sicherlich auch noch eine ganze Menge ein. 
Übrigens: Die regelmäßigen Verben werden auch "schwache Verben" genannt, die unregelmäßigen "starke Verben". Ich finde diese Begriffe aber ziemlich unsinnig.

Aber das ist noch lange nicht alles zu den Verben! Denke daran: 100 Seiten! Wenn du die Beispielsätze noch einmal anschaust, wirst du merken, dass in jedem Satz immer nur ein Verb vorkommt. Das muss aber nicht so sein! Die meisten deutschen Sätze enthalten mehrere Verben. Dieses liegt daran, dass man oft sagen möchte, dass man nicht etwas tut, sondern tun muss. Du musst z. B. vielleicht diese Ausführungen lesen, obwohl du viel lieber spielen würdest. Und da haben wir auch schon einige dieser Verben in Kombinationen: sagen möchte, tun muss, musst lesen. Es gibt noch einige mehr von dieser Sorte. Sie alle verändern die Tätigkeit ein wenig. Diese Verben heißen Modalverben

Die Modalverben sind:                     dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen. 

Am besten, du lernst sie in dieser Reihefolge auswendig.

Nun haben wir also Modalverben und ... Nicht-Modalverben. Die müssen (Ups! Schon wieder ein Modalverb.) ja auch einen besonderen Namen bekommen. Sie heißen Vollverben.

 Steht nur ein Verb im Satz, ist dieses immer ein Vollverb! 

Findest du mehrere Verben, sind die anderen eben keine Vollverben, sondern Modalverben oder ...

Hilfsverben! Dieses ist die dritte große Gruppe der Verben. Die Hilfsverben heißen: haben, sein, werden. Sie helfen, die sogenannten Tempora zu bilden. Das Merkwürdige an unseren Sprachen in Europa ist nämlich, dass sie 6 verschiedene Zeitformen bilden können. Dabei kann man sich doch nur 3 Zeiten vorstellen! 

Deshalb sprechen wir bei den 6 Formen des Verbs eben auch nicht von Zeiten, sondern von Tempora! Merken!

Die Tempora sind:

Das Futur II wird allerdings heute nur noch ganz selten verwendet. 

Ich gebe dir jetzt einfach eine Tabelle, in der 2 Verben als Beispiele in allen Tempora vorgeführt werden. Man sagt auch, man konjugiert das Verb durch die Zeiten.

Hier werden die Zusammenhänge noch deutlicher: Übungen im Word-Dokument (Klick hier mal!)

Vergangenheit Gegenwart Zukunft
Tempora Plusquamperfekt Präteritum Perfekt Präsens Futur II Futur I
Beispiel 1 ich hatte gesucht ich suchte ich habe gesucht ich suche ich werde gesucht haben ich werden suchen
Beispiel 2 ich war gelaufen ich lief ich bin gelaufen ich laufe ich werde gelaufen sein ich werde laufen

Im Beispiel 2 habe ich dir ein unregelmäßiges Verb angeboten. Alle Hilfsverben -  haben, sein und werden - können aber sowohl mit regelmäßigen als auch mit unregelmäßigen Verben verbunden werden. Ich habe als "Täter" ich gewählt. Du kannst das Spiel ja einmal mit du durchspielen.

Merkwürdig ist das Hilfsverb sein! Es hat ganz viele unregelmäßige Formen. Auch das ist in vielen Sprachen Europas so. Du wirst das im Englischen auch merken. Ich schreibe dir hier einmal die gebräuchlichsten Formen auf:

sein, bin, bist, ist, sind seid, sei, seien, war, warst, waren, wartgewesen

Du siehst, das sind eine ganze Menge Formen. Gottseidank kannst du ja recht gut Deutsch,so dass dir diese Formen in der Regel ohne Problem über die Lippen kommen. Hier ein paar Alltagssätze:

Ich bin aber schneller gewesen als du! Da warst du aber ganz schön schlau! Wo wart ihr denn? Der hat doch glatt behauptet, ich sei blöd! 

So, das soll es erst einmal sein. Ich fasse einmal zusammen:

  1. Verben passen sich im Satz an den "Täter" an.

  2. Verben passen sich im Satz an die Zeit an. Dieses erledigen die regelmäßigen Verben mit einem angehängten "t", unregelmäßige mit der Veränderung des Wortstamms.

Willst noch mehr und Genaueres über das Verb und seine Konjugation wissen, klick hier!
Hier erfährt du auch einiges über Aktiv und Passiv, Indikativ und Konjunktiv.

 

 

Nomen    

Auch genannt: Substantiv, Hauptwort, Namenwort. Das Nomen ist flektierbar. Seine Flexion heißt Deklination. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung.

Am leichtesten erkennst du Nomen in einem Text. Sie sind groß geschrieben. Aber das hilft nicht wirklich weiter, weil man ja beim Schreiben erst entscheiden muss: Nomen, also groß schreiben, andere Wortart, also klein schreiben. 

Viele Nomen sind leicht zu erkennen. Sie benennen Dinge oder Personen mit Namen. Also sind die Wörter Buch, Peter, Schrank, Vater, Haus, Präsident alles Nomen. Nun gibt es aber eine ganze Menge zwischen Himmel und Erde, was nicht Ding und nicht Person ist. So z. B. Wörter, die Gefühle wie Freude benennen oder Gedanken wie Hoffnung. Und da sind wir auch schon am Ende dieser Möglichkeit, genauer zu sagen, was Nomen eigentlich sind. Es gibt aber einige Hilfen.

Nomen haben oft bestimmte Endungen (Suffixe):

-heit, -keit, -ung, -nis, -schaft, 

Am besten lernst du diese Endungen einfach auswendig. 

Oft kannst du ein Nomen auch daran erkennen, dass im Satz vorher ein Artikel steht. Nun musst du natürlich wissen, welche Wörter Artikel sind. Also schau unter Artikel nach und komm dann wieder hierher zurück. Alles klar?

Hier einige Beispiele. Auch wenn der Artikel nicht direkt vor dem Nomen steht, gehören Artikel und Nomen immer zusammen. Sie bilden sozusagen eine feste Einheit. 

2 Beispiele:

        Ich sehe den Mann, den kleinen Mann, den kleinen dicken Mann, den zwergenhaft kleinen Mann.

        Ich sehe eine Wolke, eine gewaltige Wolke, eine riesige, gewaltige Wolke, eine kaum vorstellbar riesige, gewaltige Wolke.

Du siehst, manchmal stehen mehrere Wörter zwischen dem Artikel und dem Nomen. Doch die beiden sind untrennbar miteinander verknüpft. 

Leider kommt es auch immer wieder vor, das Nomen ohne Artikel im Satz "rumstehen". So benutzen wir, zumindest in Norddeutschland, bei Namen und Verwandtschaftsbezeichnungen nie oder selten einen Artikel. 

Beispiele: (Die Nomen sind unterstrichen.)

        Heute holt Vater die Zeitung. Hier ist Peter. Du brauchst vor Tante Erna keine Angst haben.

Ja, das Nomen hat es in sich. Leider ist es im Deutschen so wichtig, weil man es ja groß schreiben muss.

Im vorangegangenen Satz - in diesem schon wieder - gibt es noch eine weitere Besonderheit. 

Im ersten Satz steht: 
                                im Deutschen 
   
                                                     und im zweiten
                                                                               
  im vorangegangenen Satz. 

Wo ist da der Artikel? 

Nun, die Wörter im, am, beim, fürs, ins, ans, ums, übers lassen sich immer in ein Wort und einen Artikel zerteilen. Von dem Artikel ist allerdings immer nur der letzte Buchstabe übrig geblieben. 

Hier eine Übersicht:

im = in dem
am = an dem
beim = bei dem
fürs = für das
ins = in das
ans = an das
ums = um das
übers  = über das

Du siehst, es ist eigentlich immer nur eine Kombination mit dem oder das

Das letzte und schwierigste Kapitel der Nomen folgt jetzt.

Immer wieder benutzen wir in Sätzen Wörter als Nomen, die eigentlich gar keine Nomen sind. Am beliebtesten sind Verben.

Beispiele:

        Ihm fällt das Sprechen noch sehr schwer. 

        Plötzlich kam die ganze Gruppe ins Laufen.

        und hier ganz gemein ohne Artikel:

        Größte Freude bereitete ihm Singen.

Das soll nun einer kapieren. Aber ich denke, du lernst auch das durch Übung. 

Willst du noch mehr über das Nomen und seine Deklination wissen, klick hier!
Hier erfährst du auch einiges über die Funktion der Fälle, Plural und die Nominaliserung anderer Wortarten.

Pronomen    

Auch genannt: Fürwort. Das Pronomen ist flektierbar. Seine Flexion heißt Deklination. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung.

Hier ist einmal der deutsche Name recht treffend. Das Pronomen steht an der Stelle eines Nomens, also für ein Nomen. Du kannst die Nomen eines Satzes herausnehmen und dafür ein Pronomen einsetzen.

Hier ein Beispiel:

        Der Briefträger gibt das Paket der Frau.

Und hier sind alle Nomen durch Pronomen ersetzt.

        Er gibt es ihr.

Schöner Blödsinn, nicht? Aber da zeigt sich eben die Gefahr der Pronomen:

Man darf Pronomen nur verwenden, wenn eindeutig klar ist, auf welches Nomen sie sich beziehen, welches Nomen sie ersetzen.

Dazu eine kleine Geschichte. Da vorher alle Personen und Dinge als Nomen auftauchen,  versteht man den letzten Satz, der nur Pronomen enthält.

        Die Haustürglocke schlägt an. Die Frau öffnet. Der Briefträger steht vor der Tür. Er hält ein Paket in der Hand. Sie sagt:" Oh, auf das Paket habe ich schon lange gewartet." Er gibt es ihr. 

Du siehst, wenn alle Personen und Dinge mit einem Nomen eingeführt sind und man sie nicht mehr verwechseln kann (Frau, Briefträger, Paket), darf man die Nomen durch Pronomen ersetzen. 

Es gibt ein ganze Reihe der verschiedensten Pronomen.

Hier die Liste der Pronomen, die der Duden nennt:
Klicke auf das Pronomen, über das du mehr erfahren willst.
Es öffnet sich ein weiteres Fenster in deinem Browser. Dieses Fenster bleibt erhalten, so dass du wieder "zurückkommst".

Fachausdruck deutsch Beispiele (bei weitem nicht alle!)
Personal-Pronomen persönliches Fürwort ich, du, er, sie, wir, ihr, ihm, uns
Possessiv-Pronomen besitzanzeigendes F. mein, dein, unser, ihr
Demonstrativ-Pronomen hinweisendes F. dieser, jener, der, derjenige, derselbe
Relativ-Pronomen bezügliches F. der, die, das, dessen, welcher
Interrogativ-Pronomen Fragef. wer, wie, was
Reflexiv-Pronomen rückbezügliches F. sich, mich, dich

Indefinit-Pronomen
    (zurück zu Numerale)

unbestimmtes F. jemand, etwas, alle, kein, man, sämtlich,
 nichts, niemand, all, alles, (irgend)einer,
einige, etliche, jeder, jedermann, manch,
mehrere, meinesgleichen

Adjektiv    

Auch genannt: Wiewort. Das Adjektiv ist flektierbar. Seine Flexion heißt Deklination. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung

Vorsicht! In der Grundschule werden zunächst alle Wörter, die man mit "wie?" aus dem Satz herausfragen kann, als Wiewörter bezeichnet. 

Hier zwei Beispiele:

        Das Kleid hat eine schöne Farbe. Wie ist die Farbe? Schön. Also: Wiewort!

        Er wird mir das besonders verübeln. Wie wird er es mir verübeln? Besonders. Also: Wiewort! Aber: Adverb!

Doch nur das Wort "schöne" im ersten Satz ist ein Adjektiv! 

Nun schauen wir genauer hin.

Das Wort "schöne" beschreibt sozusagen das Nomen "Farbe". Es steht zwischen dem Artikel und dem Nomen. Es passt sich in seiner Form (Deklination!) an den Artikel und das Nomen an.

Beispiele:

        Das Kleid hat eine schöne Farbe.

        Wir färben das Kleid in einer schönen Farbe.

Du siehst, einmal heißt es "schöne", einmal "schönen". Weitere Beispiele, die zeigen, wie sich das Adjektiv verändert:

        einen schönen Tag,     schöner Tag heute,     schönes Wetter heute, 

Taucht ein Wiewort also ohne eine Endung auf ist Vorsicht angesagt. Meistens handelt es sich dann nämlich nicht um eine Adjektiv, sondern um ein Adverb

Adjektive erfragst du immer mit "Wie ist ..."? Die drei Punkte stehen für das Nomen. Wichtig ist dabei das Wort "ist".

Beispiele:

        Der kleine Hund frisst Erbsen. Wie ist der Hund? Klein! "klein" ist ein Adjektiv.

        In diesem Jahr gibt es schwere Kürbisse. Wie sind die Kürbisse? Schwer! "schwer" ist ein Adjektiv.

Du siehst im letzten Beispiel, dass du manchmal mit "sind" fragen musst. Na klar, "sind" ist ja eine konjugierte  Form von "sein", genauso wie "ist".

Noch eine letzte - aber besonders wichtige - Erkennungshilfe:

Das Adjektiv lässt sich nie von seinem Nomen trennen. 

Probiere es aus: Der kleine Hund frisst Erbsen. Stelle "kleine" an die erste Stelle im Satz. Kleine der Hund frisst Erbsen. Das ist Blödsinn! 

So kannst du sehr schnell heraus bekommen, ob eine ein Wiewort nun ein Adjektiv ist oder ein Adverb.

Artikel     zurück zu "Nomen"

Auch genannt: Begleiter. Der Artikel ist flektierbar. Seine Flexion heißt Deklination. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung.

Es gibt nur wenige Artikel, sie sind schnell aufgezählt:

der, die das, dem ,den, des 

ein, eine, einer, einem, einen, eines

Artikel begleiten immer ein Nomen (zurück zu "Nomen"). Sie stehen im Deutschen vor dem Nomen, allerdings manchmal sehr weit vor dem Nomen. 

Hier ein Beispiel:  

        Wir trafen den fast zwergenhaft wirkenden, kleinen unscheinbaren Mann immer wieder. 

Du siehst, zwischen Artikel und Nomen befinden sich 5 Wörter! Trotzdem gehört  der Artikel "den" zum Nomen "Mann"!

Die erste Gruppe (der, die, das, dem, den, des) nennt man bestimmte Artikel, weil sie etwas dem Hörer/Leser Bekanntes begleiten. Also: der Hund ist ein bestimmter, dem Hörer/Leser bekannter Hund.  

die zweite Gruppe (ein, eine, einer, einem, einen, eines) nennt man unbestimmte Artikel, weil sie etwas - noch - Unbekanntes begleiten. Also: ein Hund kann irgendein Hund sein. 

Weitere Beispiele:

        Mutter brachte einen Hund mit nach Hause. Der Hörer weiß noch nicht, was das für ein Hund ist. 

        Mutter brachte den Hund mit nach Hause. Der Hörer weiß, was das für ein Hund ist. 

 

Adverb       zurück zum Adjektiv

Nun beginnt die große Gruppe der Partikel. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung

Das Adverb gehört zu den Partikeln.

Das Adverb wird auch genannt: Wiewort.

Vorsicht! In der Grundschule werden zunächst alle Wörter, die man mit "wie?" aus dem Satz herausfragen kann, als Wiewörter bezeichnet. 

Das Adverb lässt sich deshalb leicht mit dem Adjektiv verwechseln. 

Schauen wir genauer hin:

        Er wird mir das besonders verübeln. Wie wird er mir das verübeln? besonders Also ist "besonders" ein Wiewort. Aber es beschreibt ein Verb! 

Man kann sagen, das "Verübeln" ist "besonders". Weder ich/"mir" noch "er" ist besonders, sondern das Verübeln eben. 

Das Adverb beschreibt Verben.

Leider lassen sich aber ursprüngliche Adjektive auch als Adverb im Satz gebrauchen. 

2 Beispiele:

        Die schöne Martha schreibt einen Brief.  Hier ist Martha "schön", also ist hier "schön" ein Adjektiv.
        Klaus schreibt schön.  Schön beschreibt hier "schreiben". Also ist "schön" hier ein Adverb.

Am einfachsten kannst du das Adverb erkennen, wenn du es als erstes Wort im Satz gebrauchst. Stelle also den Satz einfach um:

Schön schreibt Klaus. Schön kann im Satz hin und her geschoben werden, also ist es ein Adverb.

Weitere Beispiele:

Hans besucht regelmäßig eine Ausstellung. <=> Regelmäßig besucht Hans eine Ausstellung.
Das Auto bog schnell um die Ecke. <=> Schnell bog das Auto um die Ecke.
Du übersteigst dauernd deine Leistungsgrenze. <=> Dauernd übersteigst du deine Leistungsgrenze.
Die Müllabfuhr kommt wöchentlich. <=> Wöchentlich kommt die Müllabfuhr.

                 

        

Präposition    

Auch genannt: Korrelativ, Verhältniswort. Die Präposition gehört zur Gruppe der Partikel. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung

Präpositionen benennen nicht, sondern sie drücken eine Beziehung, ein Verhältnis aus. Insofern passt auch hier der deutsche Begriff besser. Er entspricht auch dem Begriff  Korrelativ.

 Hier ein Beispiel.

        Der Ball liegt unter dem Tisch. 

"Unter" ist die Präposition. Sie setzt "Ball"  und "Tisch" in Beziehung zueinander. Eben: Ball unter Tisch. Nicht neben, über, bei, hinter, vor oder sonst irgendwas, sondern unter. 

So hast du gerade schone einige Präpositionen kennen gelernt. Und wenn du genau überlegst, wird dir auch deutlich, dass diese Präpositionen aussagen, wie die Dinge zueinander  im Raum liegen.

Es gibt aber auch eine ganze Menge Präpositionen, die zeigen, wie Dinge zeitlich zueinander stehen: bis, nach, vor, während sind solche Präpositionen.

Jetzt hast du am Wort vor auch gemerkt, dass die Präpositionen mal Zeitliches und mal Räumliches ausdrücken können. 

Aber es gibt noch mehr Präpositionen, die noch andere Zusammenhänge ausdrücken können. Ich gebe die ein paar Beispiele in Sätzen:

        Sie ging wie eine Furie auf ihn los.

        Ich rufe dich nachher noch einmal  an wegen der Hausaufgaben. 

Ja, welche Beziehung wird da eigentlich ausgedrückt?

Beim Beispiel wie eine Furie ist es ziemlich klar: Die Präposition klärt die Art, wie sie auf ihn losgeht. Man sagt auch: Die drückt die Art und Weise aus.

Beim Beispiel wegen der Hausaufgaben erklärt die Präposition, warum jemand anruft - eben wegen der Hausaufgaben. Mann sagt, die Präposition drückt den Grund, die Ursache aus.

Es gibt also 4 verschiedene Gruppen von Präpositionen. Und da in der Grammatik ja alles auch einen Fachausdruck hat, gebe ich dir den gleich mit.
(Klicke in die Zeile, wenn du sie hervorheben willst.)

Fachausdruck deutscher Begriff Beispiele
lokal Ort in, an, auf, unter, neben, zwischen, bei, vor, ...
temporal Zeit bis, nach, vor, während, seit, binnen, ...
modal Art und Weise wie, laut, mit, außer, samt, gegen,  ...
kausal Grund/Ursache wegen, trotz, zwecks, ... 

Bei den Fachausdrücken musst du ein wenig aufpassen; lokal, temporal, modal, kausal sind Adjektive

Man sagt also: 

"In ist eine lokale Präposition."   

oder   

"In ist eine Präposition des Ortes."

"Bis ist eine temporale Präposition."   

oder   

"Bis ist eine Präposition der Zeit."

"Laut ist eine modale Präposition."   

oder   

"Laut ist eine Präposition der Art und Weise."

"Wegen ist eine kausale Präposition."   

oder   

"Wegen ist eine Präposition des Grundes oder der Ursache."

Nun schau noch einmal den Beispielsatz Ich rufe dich nachher noch einmal  an wegen der Hausaufgaben. an.

Wie stellen den Satz um: 

        Wegen der Hausaufgaben rufe ich dich nachher noch einmal an. 
        Nachher rufe ich dich noch einmal wegen der Hausaufgaben an.

 Soll genügen. Du siehst, immer bleiben die drei Wörter  wegen, der und Hausaufgaben  zusammen. 

Merke dir dieses gut für die Untersuchung der sogenannten Satzglieder, zu der Ihr sicherlich auch noch kommt.

Konjunktion    

Auch genannt: Bindewort. Die Konjunktion gehört zur Gruppe der Partikel. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung

Konjunktionen verbinden Sätze miteinander. 

Man unterteilt sie in Hauptsatz-Konjunktionen und Gliedsatz-Konjunktionen. Die Gliedsatz-Konjunktionen nennt man auch Subjunktionen. 

Was genau Hauptsätze sind und was Gliedsätze, kann ich hier nicht erklären. Das ist eine andere "Grammatik-Abteilung".

Meistens stehen die Konjunktionen am Anfang eines Satzes.

Hier einige Beispiele:

    Konjunktionen, die Hauptsätze verbinden:

        Hans ging einkaufen, aber Robert grub den Garten um.
        Wir geben das Radio zurück, denn sie haben uns einen falschen Preis genannt.
        Niemand wollte in den Zirkus, selbst Paula hatte diesmal keine Lust.

    Konjunktionen, die entweder 2 Hauptsätze oder 2 Gliedsätze verbinden. Es gibt hier nur die Konjunktionen und und oder:

        Gerlinde klettert das Gerüst hinauf und Paul schaut dabei zu. (2 Hauptsätze)
        Du suchst dir jetzt einen freien Platz oder du musst draußen arbeiten.
(2 Hauptsätze)

        Ich hole die Schubkarre, während du die Leiter hältst und Gerd anfängt zu pflücken. (Hauptsatz und 2 Gliedsätze, durch und verbunden.)
        Man schaltet das Gerät ein, indem man den Schaltknopf bedient oder indem man die Fernbedienung benutzt. (Hauptsatz und 2 Gliedsätze, durch oder verbunden.

Bei diesen Konjunktionen erkennst du, dass vor und und oder kein Komma steht. Trotzdem sind die beiden Wortgruppen links und rechts der Konjunktion jeweils Sätze! 
Dieses ist eine Rechtschreib-Ausnahme, weil so viele Schüler - und Erwachsene - das Komma vor und und oder immer wieder vergessen haben. 

    Subjunktionen (Verbindungen von Gliedsatz und Hauptsatz):

        Du biegst links ab, wo das Gasthaus steht.
        Die Feuerwehr traf ein, nachdem das Treppenhaus eingestürzt war.
        Man öffnet die Tür, indem man an dem Hebel zieht.
        Wir gehen jetzt hinein, weil es regnet.

Wir merken uns: Vor allen Konjunktionen steht ein Satzzeichen!
(Ausnahme: und und oder)

Es gibt sehr viele Konjunktionen und Subjunktionen. Hier eine Auswahl:

Konjunktion,
verbindet 2 Hauptsätze

Konjunktion,
verbindet Hauptsätze
oder Gliedsätze

Subjunktion,
verbindet Haupt- 
und Gliedsatz

auch, ebenfalls, selbst, sogar, 
denn, aber, doch, nur, 
und, oder  während, als, nachdem, sobald, bis, bevor, indem, als ob, 
weil, dass, damit, wenn, falls, obgleich, obwohl, obschon

 

 

Numerale    

Auch genannt: Zahlwort,  Zahladjektiv. Die Numerale gehört zur Gruppe der Partikel. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung

Der Duden rechnet die Numeralia zu den Adjektiven. Dann könnten wir hier eigentlich zur Tagesordnung übergehen. Aber in vielen anderen Grammatiken werden sie als eigenständige Gruppe gesehen. Das liegt auch daran, dass man Adjektive deklinieren kann, Numerale/Numeralia aber in der Regel nicht. 

Hier eine Tabelle, die - hoffentlich - eine gewisse Ordnung bringt:

bestimmte Numerale   Beispiele: Besonderheiten
  Ordinalzahlen/Grundzahlen eins, zwei, drei usw. Ab Hundert auch als Nomen gebraucht.
Kardinalzahlen/Ordnungszahlen erstens, zweitens, drittens usw.  
Bruchzahlen halb, drittel, achtel usw. werden auch als Nomen benutzt, z. B: drei Viertel
Vervielfältigungszahlwörter einfach, zweifach, dreifach usw.  
Gattungszahlwörter einerlei, zweierlei, zehnerlei usw.  
unbestimmte Numerale   viel, wenig, andere, sonstige, weitere,
übrige, zahlreich, ganz, usw,
 

 

Obwohl die Numerale eigentlich zu den Partikeln gehören, sind etliche deklinierbar. Deshalb rechnet der Duden sie wohl auch zu den Adjektiven. Aber andererseits sind etliche nicht deklinierbar. Du siehst, die Grammatik ist hier nicht eindeutig. Wir haben es eben mit Sprache zu tun und nicht mit Mathematik. 

Manchmal ist man auch in Versuchung, vor allem die unbestimmten Zahlwörter zu den Indefinit-Pronomen zu rechnen. Ich hoffe, deine Lehrer sind nicht so streng, all das genauestens zu unterscheiden. 

 

 

Interjektion    

Auch genannt: Ausrufewort. Die Interjektion gehört zur Gruppe der Partikel. Siehe dazu auch die Übersicht der Wortarten in der Einleitung

Gemeint sind alle Ausrufe, die in der Regel vor einem Satz stehen.

Beispiele:

        Oh, was für ein schönes Kleid!
        Herrje, komm schon her!
        Hurra, das haben wir geschafft. 

 Die Interjektionen werden durch ein Komma abgetrennt.

Manchmal tauchen sie auch im Satz auf.

Beispiel:

        Wir kommen, hurra, schon Dienstag!

 

 


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