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Zur Inhaltsangabe

 

Über die Länge der Inhaltsangabe streiten sich die Gelehrten. Manche Lehrerinnen oder Lehrer verlangen eine ganz knappe Inhaltsangabe, andere erwarten eine ausführlichen Text. Du bist gut beraten, wenn du die Textstellen inhaltlich wiedergibst, die für den Ablauf der Handlung wichtig sind.

Die Inhaltsangabe wird in der Gegenwartsstufe geschrieben, d. h. im Präsens und Perfekt.

Vermeide die wörtliche Rede. Sie ist verboten!. Zur Not verwende die indirekte Rede. Wann du dabei den Konjunktiv I verwenden musst, ist nicht genau festgelegt. Wenn du Formulierungen wie „Meier sagt, dass ...“ verwendest, kannst du in der Regel auf den Konjunktiv verzichten.

In der Inhaltsangabe solltest du weitgehend die Zeitstruktur de Textes vereinfachen. Du musst also vor allem die Rückblenden in den „normalen“ Zeitablauf eingliedern. Die ist vor allem bei Kurzgeschichten wichtig.

Die Inhaltsangabe beginnt mit einem formelhaften Einleitungssatz:

„In seiner (hier muss die Textsorte genannt werden) (Titel des Textes in Anführungszeichen) stellt der Autor (Name des Autors) dar, wie....“

Anstelle der drei Punkte musst du nun den Inhalt des Textes knapp in einem (Glied)satz zusammenfassen. Das ist oft nicht so einfach.
Schreibe dazu die wichtigsten Handlungschritte in Stichwörtern auf. Dann verbinde sie zu einem! Satz.

 

Textbeispiel:

Die Probe (Herbert Malecha)

Daraus wird z. B. folgende Inhaltsangabe:

                

Redluff sah, das schrille Quietschen der Bremsen noch in den Ohren, wie sich das Gesicht des Fahrers ärgerlich verzog. Mit zwei taumeligen Schritten war er wieder auf dem Gehweg. ,,Hat es Ihnen was gemacht?“ Er fühlte sich am Ellbogen angefasst. Mit einer fast brüsken Bewegung machte er sich frei. „Nein, nein, schon gut. Danke“, sagte er noch, beinah schon über die Schulter, als er merkte, dass ihm der Alte nachstarrte.

In seiner Kurzgeschichte „Die Probe“ stellt Herbert Malecha dar, wie ein von der Polizei Gesuchter auf der Flucht mehrere Male in Gefahr gerät erkannt zu werden und sich beim letzten Mal dann auch selbst verrät.

Einleitungssatz

Eine Welle von Schwäche stieg von seinen Knien auf wurde fast zur Übelkeit. Das hätte ihm gerade gefehlt, angefahren auf der Straße liegen, eine gaffende Menge und dann die Polizei. Er durfte jetzt nicht schwach werden, nur weiterlaufen, unauffällig weiterlaufen zwischen den vielen auf der hellen Straße. Langsam ließ das Klopfen im Halse nach. Seit drei Monaten war er zum erstenmal wieder in der Stadt, zum erstenmal wieder unter so viel Menschen. Ewig konnte er in dem Loch sich ja nicht verkriechen, er musste einmal wieder raus, wieder Kontakt aufnehmen mit dem Leben, überhaupt raus aus allem. In ⇐diesem Abschnitt kehrt sich die zeitliche Reihenfolge um. Zunächst erzählt der Autor von der Jetzt-Zeit des Protagonisten, anschließend - in einer Rückblende - was vorher geschah.  Der Protagonist der Geschichte, Jens Redluff, hat sich nach drei Monaten wieder aus seinem Versteck getraut. Er hat sich eine falschen Pass besorgt und erprobt diesen nun. 

Zeitablauf „normal“

Perfekt  

Präsens  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Rückblende

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Umkehr der zeitlichen Reihenfolge. Das was der Protagonist erlebt (hat), wird in umgekehrter Reihenfolge erzählt.
Aus: Der Anwalt öffnet die Tür und betritt den Saal.
wird in der Erzählung:
Der Anwalt betrat gemessenen Schrittes den Saal, nachdem er zuvor mit kräftigem Druck die Saaltüre geöffnet hatte.

In der Regel wird der Begriff Rückblende aber vor allem dann benutzt, wenn längere Textpassagen nachträglich erzählt werden. Du kennst diesen "Trick" sicherlich auch aus Filmen. dort kommt der Begriff auch her.


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